In der bewussten Unaufgeregtheit und Ruhe liegt die Kraft. Zu diesem Schluss kann man zumindest kommen, lauscht man dem Debütalbum „Words and Numbers“ der Wiener Band Mrs. Henry and the Flying Fish. Was das Trio um die Singer/Songwriterin und Komponistin Gloria Amesbauer auf den Weg bringt, zeigt sich als ein wirklich schöner, niveauvoller, wie auch sehr authentischer Entwurf dessen, was unter dem Begriff Acoustic-Pop zusammengefasst wird. Präsentieren werden Mrs. Henry and the Flying Fish ihr Erstlingswerk am 27. März im Wiener Schikaneder.
Nein, es sind definitiv nicht die lauten Töne, denen sich Mrs. Henry and the Flying Fish verschrieben haben. Der Acoustic-Pop mit leichten Folkanleihen des Wiener Trios ist vielmehr einer, der auf leisen Sohlen daherkommt und sich in dezenter und zurückhaltender Weise erschließt. Mit einem Händchen fürs spannende Songwriting gelingt es Gloria Amesbauer (Gitarre, Gesang) und ihren Kollegen Martin Weixlbraun (Gitarre, Gesang) und Florian Weisch (Bass, Gesang), mit einem etwas Weniger deutlich Mehr zu erreichen. Auf alles Ausufernde und jeden unnötigen Ballast wird ganz verzichtet, der Dreier, der bei den Aufnahmen unterstützt worden ist von Christina Ruf (Cello), Christoph Mateka und July Skone (Schlagzeig, Percussion), fokussiert sich auf das Wesentliche, einzig auf das Gefühl, das ohne jegliches Schauspiel vermittelt werden soll.
Das leicht melancholisch angehauchte musikalische Klangtheater, welches sich Mrs. Henry and the Flying Fish entwerfen, ist bestimmt und wird getragen von sehr feingesponnenen, sich sofort in den Gehörgängen festsetzenden Melodien und einem nuancenreichen Sound der luftig leichten, ja fast schon schwebenden Art, der sich in wirklich eindringlicher Manier, seine Wege gefühlvoll und dezent über sich langsam, aber bestimmt aufbauende Spannungsbögen durch den Raum bahnt. Mehr als nur beeindruckend auch die gesangliche Performance von Gloria Amesbauer, die mit ihrer im Ausdruck von verletzlich-introvertiert bis charismatisch-kraftvoll reichenden Stimme einer jeden einzelnen Nummer Charakter, Tiefgang und diese ganz bestimmten unter die Haut gehenden Momente verleiht, die schlicht und einfach dazu einladen, näher hinzuhören, sich mit dem Dargebotenen auseinanderzusetzen und es einfach wirken zu lassen.
Zusammenfassend kann man sagen, dass „Words and Numbers“ ein Album geworden ist, das sein Pulver nicht schon nach kurzer Zeit verschossen hat, sondern von Mal zu Mal in seiner Qualität wächst. Es handelt sich hier um alles andere als um einen Schnellschuss, die Songs gefallen nachhaltig, was bei manch anderen Produktionen ja manchmal nicht der Fall ist. Kurz: ein wirklich gelungenes Debüt.(mt)
Termine:
27.03. Schikaneder, Wien
04.04. Cafe Süd, Zwettl