MOSSADEQ – „Czech“

Ein harter Sound, der sich auf ganz eigene abwechslungsreiche Art seinen Weg bahnt – genau einen solchen bringt MOSSADEQ unter dem Titel „Czech“ in seinen neuen Songs zu Gehör. Die neuen Nummern bilden einen Teil des Splitalbums mit der Band VIOLENTĂ DOMESTICĂ.

Clemens Pecher ist, wie seine bisherigen Veröffentlichungen belegen, ein Musiker, der sich eher den härteren Klängen zugeineigt fühlt, wobei sein Umgang mit diesen – und auch das muss hier angeführt werden – keineswegs in einem gewöhnlichen Rahmen abläuft. Der Grazer liebt es zu experimentieren, mit dem Klassischen zu brechen und die Grenzen zwischen den Stilen verschwimmen zu lassen. So finden in die Musik von Mossadeq zwischen den laut verzerrten Gitarren und treibenden Beats in der Regel auch immer wieder Elemente anderer Genres Eingang, was die ganze Sache stets sehr unvorhersehbar und damit auch spannend macht. Nicht anders verhält es sich auch auf „Czech“.

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Von den einmal mehr reichlich gesäten Überraschungsmomenten abgesehen, bildet vor allem ein Aspekt den großen Unterschied zum vorangegangenen Release „Hospital“. War das in Frühjahr erschienene Full-Length-Konzeptalbum von Mossadeq noch vorwiegend im düsteren und dunklen Klang- und Stimmungsspektrum angesiedelt, so zeigen sich die Nummern auf dem Splitalbum im Ausdruck dahingehend doch etwas weiter gefasst. „The Nurse“ etwa geht als eine richtig schön schräge wunderbar und übersteuerte rockige Tanznummer durch, „Knights In Shining Armor als ein Straight-In-Your-Face-Metal-Song. Diesen gegenüberstehen das für Mossadeq-Verhältnisse erstaunlich relaxte Škodub“ oder der als spannendes Klangexperiment durchgehende Opener „Václav“. Die Songs auf „Czech“ erzählen alle ihre eigene Geschichte, sie setzen ganz unterschiedliche Akzente, die aber eines eint, sie entfalten alle gleichermaßen gehörig Stimmung.

Clemens Pecher zeigt sich auf „Czech“ auf jeden Fall einmal mehr als ein höchst eigenwilliger musikalischer Charakter mit ganz eigenen Vorstellungen, er beherrscht einfach diesen gewissen anderen Ton, den, der auf wirklich aufregende Weise mit dem Herkömmlichen bricht.

Michael Ternai

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Links:
Mossadeq (bandcamp)
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