
Längst sind auf der Messe ein großteil der Aussteller nicht mehr nur Plattenfirmen sondern aus der Video und Game Branche, Live Industrie, dem Apps und Social Networks Bereich oder Agenturen und Verbände. Um der Messe neues Leben einzuhauchen wurde vom Veranstalter versucht einen Akzent auf Servicethemen zu legen und Networking-Möglichkeiten (Stichwort Midem+) zu schaffen. Denn seit Jahren sind Networking und Matchmaking großen Themen auf Musik-Branchenevents.
Der Ausstellungsbereich war mit speziellen Meeting, Knowledge und Networking Points ausgestattet. Es gab “Country Speed Matching Sessions”, in denen Firmen und Ländervertretern eine begrenzte Zeit gegeben wurde, um sich vorzustellen. Auf unzähligen Panels und Keynotes waren fast 200 Panelisten eingeladen – Kernthema der MIDEM 2010 war “Monetisation”.
Schlagworte die dort oft zu hören waren, waren “Data”, gemeint sind damit Daten von Fans/Usern die auf den Musik/Artist Webseiten gesammelt werden und “context is more important than content”. Der Rückschluss, dass Inhalte nicht mehr wichtig sind ist aber nicht richtig, vielmehr entscheidet der Kontext in dem die Inhalte präsentiert werden ob ein Model erfolgreich sein kann oder nicht. Generell hatte man das Gefühl die Branche hat sich konsolidiert und eine Talsohle ist erreicht. Als Hoffnungsträger für die Zukunft gelten Streaming Angebote wie Spotify, Einkünfte aus Serviceleistungen die Musikkonsum Userfreundlich und mit Zusatzfeatures ermöglichen und nach wie vor das Live Geschäft. Kaum noch jemand redet von Klingel- oder Ringbacktönen, vor kurzem noch Liebkinder und Umsatzbringer der Branche.
Unter dem Motto “Austria sounds great” präsentierte sich auch die österreichische Musikwirtschaft auf der 44. Midem. 30 Firmen waren am österreichischen Gemeinschaftsstand präsent. Im Rahmen der Präsentation der Austrian Music Box, einer 5 Fach Cd Compilation mit österreichischen Künstlern der Genres Pop/Rock, Schlager/Volkstümliche Musik, Klassik/Zeitgenössische E-Musik, Jazz/World und Alternative/Electronic, spielten 3 Acts aus Österreich im kleinen Saal des Hotel Martinez. Valerie eröffnete mit französischen Pop-Chansons den Abend der mit Tanzbaby und ihren wavigen deutschen Schlager beeinlussten Songs die sich um die großen Themen Liebe, Sehnsucht und Einsamkeit drehen den ersten Höhepunkt erfuhr.
Marcus Füreder besser bekannt als Parov Stelar konnte, während sich der Saal bis zum letzten Platz füllte, das angeheizte Publikum mit jazzigen House Beats und live Saxophon mehr als in Bewegung halten – ein gelungener Abend.
Einige Diskussionen und Panels sind auf der MIDEM-Page als Videostream nachzuerleben: