Mit „The Words At Play“ legt Michael J. Keplinger ein Werk vor, das weit über eine herkömmliche EP hinausgeht. Die fünf Stücke bilden gemeinsam mit der begleitenden Visual EP – einem Kurzfilm aus fünf Musikvideos – ein geschlossenes künstlerisches Konzept, in dem Klang und Bild eine gemeinsame Erzählung entwickeln. Im Mittelpunkt stehen Reflexionen über den Lauf der Zeit, die Kraft der Sprache, verblassende Erinnerungen und die Endlichkeit des Daseins – ebenso wie über jene inneren Zustände, in denen Orientierung und Wahrnehmung zunehmend verschwimmen.
Ausgangspunkt war eine erste Songidee, die während einer Reise nach London entstand und sich im weiteren Verlauf zu einem größeren musikalischen Zusammenhang verdichtete. Keplinger, der als Musiker, Filmemacher und Produzent arbeitet, setzt seine Vision dabei konsequent selbst um: Komposition, Arrangements, Gesang, Instrumente und Produktion stammen aus eigener Hand.
Musikalisch bewegt sich „The Words At Play“ zwischen atmosphärischem Art-Rock, introspektivem Songwriting und weit geöffneten, cineastischen Klangräumen. Verwurzelt in der Tradition von Künstlern wie David Gilmour und den Beatles, zugleich geprägt von der melancholischen Intensität von Radiohead oder Nick Cave, entfaltet sich eine Klangwelt, die sich nicht an kurzfristigen Trends orientiert, sondern eine eigene zeitlose Sprache entwickelt.
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Keplinger beweist ein ausgeprägtes Gespür dafür, wie man Stücke zum Leben erweckt. Jeder Titel entwickelt seine eigene Identität, erzählt eine individuelle Geschichte und findet einen ganz eigenen klanglichen Weg. Mal stehen reduzierte, beinahe schwebende Momente im Vordergrund, mal entfalten die Songs eine große emotionale Weite.
„The Words At Play“ ist eine Veröffentlichung, die sich Zeit nimmt. Die Stücke wachsen langsam, entfalten ihre Wirkung in Nuancen und verbinden Tiefgang mit einer überraschenden Leichtigkeit. Zwischen Minimalismus und großem Gestus zeigt Michael J. Keplinger nicht nur seine technische Vielseitigkeit, sondern vor allem sein Verständnis für Atmosphäre, Dramaturgie und die Kunst, aus einzelnen Klängen eine eindringliche Geschichte entstehen zu lassen.
Michael Ternai
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