mica-Interview mit Fugu and the Cosmic Mumu

Fugu and the Cosmic Mumu ist eine österreichische All-Star-Band, 2002 gegründet von Raumschiff „Bulbul Fredl“ Engelmayr (Bulbul, Good Enough For You, Broken Heart Collector) und Heimo „Viktor König“ Wallner, den man hauptsächlich als bildenden Künstler und Hausherr der Artist-Residence Schrattenberg/ Hotel Pupik kennt. Im Laufe der Bandgeschichte gesellten sich noch Heimo Wallners Bruder Martin Zrost (Trio Exklusiv, Flugfeld) und Bernhard Breuer (Tumido, Elektro Guzzi) dazu und fetteten das Duo zum Quartett auf. So beschwören sie den Prototyp der Traurigkeit herauf, um ihn dann auch wieder durch Übertreibung zu brechen. Mit Heimo Wallner, der bisher das Design für die Fugu-Veröffentlichungen übernommen hat, ist die Gruppe nicht nur im typischen Rockband-Umfeld, sondern auch im Kunstkontext aktiv, realisiert medienübergreifende Projekte und präsentiert diese in internationalen Galerien. Mit Raumschiff Engelmayr und Heimo Wallner, den beiden Kernmitgliedern von Fugu and the Cosmic Mumu, unterhielt sich Clemens Marschall.

Soweit ich weiß, habt ihr zwei ja schon vor Fugu and the Cosmic Mumu zusammengearbeitet.

Raumschiff Engelmayr: Stimmt das? Das hat sich alles ein bisschen überschnitten.

Könnt ihr erzählen, wie ihr euch überhaupt kennen gelernt habt?

Raumschiff Engelmayr: Ich kann mich erinnern an das Festival „Music Unlimited“ im Welser Schlachthof, bei dem immer Künstler eingeladen werden, es auszustatten und zu dekorieren. Und eines Jahres, 1997 oder 1998, war Heimo dort, und hat den oberen Raum mit den für ihn typischen Zeichnungen gestaltet. Das war auch relativ lange nachher noch da, Heimo hat mit Edding direkt auf die Wand gezeichnet. Und da sind wir uns begegnet, weil ich im Schlachthof immer was zu tun hatte. Und du bist dort jeden Tag gestanden und hast die Wand bemalt…

Heimo Wallner: Aber haben wir uns da schon was ausgemacht für nächstes Jahr?

Raumschiff Engelmayr: Nein nein, eigentlich gar nicht. Wir haben schon ein bisschen gequatscht, aber gar nicht so viel. Dass wir dann mit Bulbul nach Schrattenberg gekommen sind, hat sich über Martin Zrost, den Bruder von Heimo, ergeben. Und zwar deswegen, weil die Tanzperformance-Gruppe Osseus Labyrinth noch Musik für ihre Aufführung gebraucht hat…

Heimo Wallner: Osseus Labyrinth kommen übrigens im Film „Men in Black“ mal kurz vor und waren als Coaches in „I am Legend“ involviert…

Raumschiff Engelmayr: …und in den Neunzigern waren die auch öfter in Schrattenberg. Schrattenberg kann man natürlich auch erklären…

Heimo Wallner: Schrattenberg bzw. Hotel Pupik ist eine Artist-Residence in der Obersteiermark für unterschiedlichste Kunstsparten, sei es Musik, bildende Kunst, Tanz, Video, etc., das war eigentlich immer so. Seit 1999 ist  dort mehr oder weniger der ganze Sommer, von Mai bis September besetzt, den Künstlern werden Ateliers angeboten. Vorher wurde das eher punktuell genutzt, mit Symposien. Es gibt jährlich zwei Präsentationen, und ich organisiere das mit Uli Vonbank-Schedler, Martin Dickinger, und Martin Zrost.

Aber du bist der sichtbarste…

Heimo Wallner: Von der Kommunikation her bin ich der sichtbarste dieses Eisbergs.

Raumschiff Engelmayr: Also gut, Osseus Labyrinth waren wieder mal in Schrattenberg zu Gast, und eigentlich hatte Martin mit denen immer musiziert. Der hatte aber irgendwas anderes und war verhindert. Und darum hat er Bulbul dann gefragt…wobei, da war noch jemand vom Welser Schlachthof dazwischen. Es gibt auf jeden Fall eine große Schlachthof-Schrattenberg-Connection. Der Hunt (Bassist von Bulbul, Anm. d. Verf.) und ich haben Osseus Labyrinth dann im Schlachthof und im Flex live vertont, hauptsächlich elektronisch. Dann hat uns Heimo oder Martin zu einer „Residency“ für’s nächste Jahr eingeladen. Und 1998 waren Bulbul dann zum ersten Mal in Schrattenberg, wir haben uns eine Woche eingenistet.

Bulbul haben ja dort auch ein Album aufgenommen…

Raumschiff Engelmayr: Genau, es hat uns dort recht gut gefallen, und dann haben wir ein Jahr später dort die „Blaue“ (1999, Trost Records) von Bulbul aufgenommen, in der Meierei ist eine super Akustik. Ja, und da hat Heimo auch mitgespielt…

Heimo Wallner: Da hab ich einen Cameo-Auftritt gehabt, genau! An der Trompete.

Raumschiff Engelmayr: Das ist ein Riesenraum und da haben die Bläser und der Trommler das „Fade-Out“ vom letzten Lied wirklich gemacht, das heißt, die sind während des Spielens immer weiter weg gegangen.

Heimo Wallner: Der Martin hat das letzte Klarinetten-Gedüdel draußen stehend auf dem Sims gespielt.

Also musikalisch habt ihr zwei schon zusammengearbeitet, bevor es Fugu and the Cosmic Mumu gab. Designtechnisch aber auch, oder?

Raumschiff Engelmayr: Das wirkt so, aber Fugu gibt es schon länger, als man es sich vorstellen kann… seit 2002. Du meinst wahrscheinlich das Bulbul-Album von 2003, für das Heimo verschiedene Covers gestaltet hat. Wirklich entstanden ist Fugu beim Dach-Renovieren in Schrattenberg…

Heimo Wallner: Genau!

Raumschiff Engelmayr: Zu der Zeit hab ich eigentlich noch in Berlin gewohnt, den Heimo aber besucht und dann haben wir zu zweit herumrenoviert. Es war noch recht kalt, wird wahrscheinlich im Frühling gewesen sein. Das Dach war undicht…

Heimo Wallner: …und du bist mit Todesverachtung am Dachgiebel herumgestiegen.

Raumschiff Engelmayr: Heimo hat auf jeden Fall immer gesungen bei der Arbeit, und ich hab mir dann gedacht: Der kann das doch eigentlich viel besser als ich. Und nach der Arbeit haben wir uns immer traurige Lieder angehört und irgendwann gesagt, dass wir selbst welche spielen sollten.

Heimo Wallner: Ich hab ein paar Texte gehabt…

Raumschiff Engelmayr: …und ich ein paar Lieder. Am Anfang hab ich mit der akustischen Gitarre gespielt und mit Loops gearbeitet, damit es auch einen Rhythmus gibt. Dann haben wir relativ lang zu zweit gespielt, unser erstes Konzert war in Mailand.

Ist das Lied „Milano“ daraufhin entstanden?

Heimo Wallner:  Ja. Das ist sogar in Mailand entstanden.

Da singst du ja passenderweise auf Italienisch. Ich kann die Sprache leider nicht – worum geht es in „Milano“?

Heimo Wallner: Naja, da müsstest du Italienisch lernen! Es ist nicht sehr tiefsinnig, aber es spiegelt ein bisschen die Befindlichkeit von damals wider: Ich hab bei dem Konzert Fieber gehabt, war gscheid krank, kalt war’s und alle waren depressiv. Der Text zu „Milano“ ist ein bisschen läppisch. Es geht um die unmittelbare Bedürfnisbefriedigung und dass man gerade am Durchdrehen ist – auf der einen Seite sehr überschwänglich, auf der anderen Seite aber kennt man sich nicht ganz aus. Das war eine ziemlich nebulöse Geschichte.

War der Auftritt in einer Galerie?

Heimo Wallner: Ja, einer Galerie mit einer lausigen Akustik.

Das ermöglicht schon dein Hintergrund als bildender Künstler, dass ihr öfter in Galerien spielt, oder?

Heimo Wallner: Ja, genau. Für mich ist das durchmischt, Zeichnen und Musik, das geht oft sehr gut zusammen. Auf diese Weise haben wir auch schon zusammengearbeitet, da gab es auch noch etwas VOR Fugu. Bulbul haben den Film „Menudo“ musikalisch begleitet und schließlich vertont. Das war eigentlich nur der Fredl, mit Einspielungen vom Ratti (Bassist von Bulbul, Anm. d. Verf.). Wie ich das zuerst gehört habe, dachte ich mir: Scheiße, was mache ich jetzt damit…

Raumschiff Engelmayr: Das ist fast nur Drumcomputer und so ein Gedresche …

Heimo Wallner: Mittlerweile mag ich das sehr, sehr gern.

Raumschiff Engelmayr: Bei mir ist das genau umgekehrt: Ich hab das damals total super gefunden…

Kurz, nachdem Fugu mit den ersten Auftritten angefangen hat, kamen auch schon die Besetzungswechsel…

Heimo Wallner: Aber vorher hat es noch einen relativ größenwahnsinnigen Fugu-Ausflug nach Japan gegeben, mit unserem ersten Release, einer handgeschnittenen Single. In Neuseeland gibt es einen Typen, Peter King, der diese Dinger produziert. Meistens presst er auf geschmolzenen und neu geformten Plastikflaschen, aber theoretisch kannst du ihm fast jedes Material schicken. Sonic Youth haben dort mal ein kleine Auflage auf Eisenscheiben schneiden lassen. Peter King ist nur telefonisch zu erreichen, E-Mail gibt’s nicht. Du sprichst ihm auf den Anrufbeantworter und er ruft dich zeitverschiebungstechnisch klarerweise mitten in der Nacht zurück. Die Fugu-Singles hatten je ein eigenständiges Artwork. Es war wie ein Puzzle, alle zusammen – 70 Stück war die Auflage – ergaben ein großes Bild. Dieses Bild wurde auch in der Galerie „éf“ in Tokio ausgestellt. In der dazugehörigen Bar hatten wir dann drei Konzerte. Ich kannte die Galerie „éf“ in Tokio schon, also konnten wir das ganz gut planen: Wir projizierten unseren Film „éf“ von oben herab auf einen weißen runden Teppich, um den herum die Leute sitzen und sich den Film von allen Seiten ansehen sollten. Das Ziel war, einen Film zu machen, bei dem man von allen Seiten gleich viel mitbekommt.

Raumschiff Engelmayr: Zwischen den Auftritten war immer eine Woche und bei jeder Show haben wir japanische Gäste eingeladen. Und zwar Haco, die auf einem verstärkten Eierschneider improvisierte, unseren Herbergsvater Shinji Komiya, der einen Fahrradreifen zu einem Instrument umfunktionierte, sowie Taku Sugimoto, der einen Brief schrieb und dazwischen alle fünf Minuten einen Ton auf der akustischen Gitarre zupfte. Heimo hat außerdem noch eine super Idee gehabt, und zwar, dass wir ein reziprokes Karaoke machen. Wir haben verschiedenen Leuten den Gesang einzelner Fugu-Lieder beigebracht, und zwar auf japanisch-englisch. Die haben einfach nachgesungen was sie gehört haben – zum Teil auf japenglisch, und waren total fit, haben schnell gelernt. Die Performances haben wir gefilmt und zum dritten und letzten Fugu-Auftritt haben wir die Videos mit den Gesängen gezeigt und dazu instrumental unsere Songs gespielt. Also Karaoke andersrum.

Heimo Wallner: Ein bisschen sauer bin ich jetzt, weil die Kim Gordon das mittlerweile auch macht… nicht wirklich – manche Sachen liegen in der Luft.

Gibt es da eine Verbindung zur Namensfindung, Fugu-Japan?

Heimo Wallner: So, dass die Musik großartig ist, wenn man sich dabei nicht vergiftet. Dazu kommt noch meine Japan-Faszination, ja, das stimmt. Aber blöderweise gab es schon eine Band, die „Fugu“ hieß, jetzt haben wir noch „and the Cosmic Mumu“ hinzugefügt.

Wie seid ihr überaupt zu der Japan-Tour gekommen?

Heimo Wallner: Ich habe seit langem Kontakte nach Japan, vor allem über Schrattenberg, wo Künstler aus aller Welt zu Gast sind. Die Modedesignerin Edwina Hörl, die in Tokio lebt, und Shinji Komiya sind wirklich gute Freunde – denen hat es getaugt, dass wir kommen, und uns hat es getaugt, dass wir kommen können.

Über Schrattenberg hast du also eine Ausgangsbasis in alle Richtungen.

Heimo Wallner: Auf jeden Fall, aber nicht nur ich. Jeder, der dort ist, spinnt sich sein eigenes Netzwerk.

Wie sieht bei Fugu der Kompositionsvorgang aus?

Heimo Wallner: Am Anfang war es so, dass Fredl mit Riffs gekommen ist und ich geschaut hab, was für Texte dazu passen.

Raumschiff Engelmayr: Oft hast du auch schon vorher Melodien gehabt für die Texte, wo ich was dazugeschnitzt habe.

Heimo Wallner: Dann ist Martin am Schlagzeug dazu gekommen, das war 2004, nach der Japan-Tour.

Raumschiff Engelmayr: Wir haben in dieser Besetzung, als Trio, vor Lambchop in Wels gespielt: Martin mit aufblasbaren Drumsticks an einem Kinderschlagzeug.

Heimo Wallner: Martin ist ja riesengroß, der an einem Kinderschlagzeug ergab schon ein seltsames Bild. Da war alles komisch, sozusagen haben wir den Gig unseres Lebens im Vorprogramm von Lambchop gespielt, das traurigste Lied aller Zeiten ins Mikrofon geweint – und das Publikum hat nur gelacht, weil der Martin hinter einem Kinderschlagzeug hockte.
Dann hat Berndl gesagt, ihm würde es gefallen, bei uns Schlagzeug zu spielen, was für uns sehr gut war. Denn Martin ist ja eigentlich Bassist und Saxofonist und hat dann bei Fugu dorthin gewechselt – und wir waren relativ gach zu viert. Martin komponiert und arrangiert viel, also auch außerhalb von Fugu, und kam uns so als „Korrektiv“ sehr gelegen.

Raumschiff Engelmayr: Und er hat auch sehr viele Lieder eingebracht.

Heimo Wallner: Richtig. Voriges Jahr hatten wir mal eine gute Phase: Ich hatte einen Überschuss and Texten und Martin hatte unüblicherweise Zeit. Und dann haben wir innerhalb von 14 Tagen einige Nummern geschrieben, die wir zum Teil schon live gespielt haben, aber auf Tonträger gibt es sie noch nicht.

Neben zwei Singles habt ihr aber auch schon ein Album veröffentlicht: „Off“ ist 2008 auf Rock is Hell Records erschienen. Wo habt ihr das Album aufgenommen und wie lange habt ihr dafür gebraucht?

Raumschiff Engelmayr: Das war im Feedbackstudio mit Ollmann. Es gab zwei Schritte: Zuerst haben wir die Instrumental-Tracks aufgenommen, und zwar live und im gleichen Raum. Das lohnt sich, weil’s schneller geht und besser pickt. Hat drei-vier Tage gedauert für so 13 Stücke. Die Gesänge und diverse Arrangement-Feinheiten haben wir jeweils selbst aufgenommen. Jeder hat so seine Overdubs beigesteuert und dann war’s eh schon fertig.

Habt ihr alle aufgenommenen Songs auch verwertet oder gibt es noch unveröffentlichtes Material?

Raumschiff Engelmayr: Es gibt zwei-drei Lieder, die’s nicht auf die Platte geschafft haben.

Wie seid ihr zu Rock is Hell gekommen?

Heimo Wallner: Ich arbeite jetzt schon seit geraumer Zeit als Siebdrucker und manchmal auch als Gestalter für Rock is Hell – das hat sich, wenn ich mich recht erinnere, über Bulbul so ergeben. Jochen Summer (Inhaber von Rock is Hell, Anm. d. Verf.) hat der Vorschlag, uns zu produzieren, gefallen – und das war’s…

Wie viele verschiedene Covers gibt es zu der Platte „Off“ und wer hat beim Siebdruck mit angepackt?

Heimo Wallner: Covers gibt es glaub’ ich elf verschiedene vom ersten Release und zwei verschiedene Motive in unterschiedlichen Farbkombinationen vom Re-Release. Und ich weiß momentan nicht, wie viele unterschiedliche CD-Covers (mit wiederum mehreren Motiven auf der CD direkt) – viele! Den ersten Schwung hab’ ich in Amerika gedruckt, die CDs und das Re-Release-Cover in Schrattenberg. Beim Drucken waren alle eingespannt – nicht zuletzt Jochen, der die Chose mittlerweile von der Pike auf beherrscht.

Wie sieht es überhaupt mit der Arbeitsweise von Fugu aus: Ihr wohnt teilweise in verschiedenen Städten, jeder von euch hat einen Haufen anderer Projekte – wie viel Zeit bleibt da überhaupt noch übrig?

Heimo Wallner: Also zum Proben kommen wir immer kurz vor unseren Auftritten, damit wir uns daran erinnern, was wir eigentlich machen. Aber dadurch, dass ich über Herbst, Winter, Frühling – je nachdem – in Amerika lebe, sind wir eher eine saisonale Band.

Schickt ihr manchmal Musikstücke digital vom einen Ende der Welt ans andere und komponiert auf diese Weise?

Heimo Wallner: Ich hab mir das vorgenommen, aber…

Raumschiff Engelmayr: …ich bin nicht so ein Fan von so was. Diese Hin- und Herschickerei…ich weiß nicht.

Heimo Wallner: Aber das Lied „Idol“ ist mehr oder weniger so entstanden. Also für mich stimmt das so, ich bin damit zu Hause gesessen, hab mir das tausend Mal angehört und überlegt, was ich damit machen kann. Aber wir werden im Sommer so viel wie möglich machen und schauen, dass wir irgendwann wieder zum Aufnehmen kommen.

Raumschiff Engelmayr: Ja, das würd mir gefallen. Ich nehme am liebsten gleich ein ganzes Album auf einmal im Studio auf. Wenn schon, denn schon. Hoffentlich bringen wir wieder ein bisschen Material zusammen.
Ist das eine gängige Kompositionsmethode, so über die Kontinente schicken?

Heimo Wallner: Ja ja, man nennt das „Plattenverschiebung“. Aber manchmal muss man die Leute auch zusammenholen: Ich habe vor, eine abstruse Amerika-Tour zu buchen. Überall, wo ich Leute kenne, die geografisch  an ziemlich unzusammenhängenden Orten wohnen, sollten wir spielen. Das wäre was für den Winter, also naturgemäß saukalt, und das könnte so ähnlich wie Jim Jarmuschs „Stranger than Paradise“ werden.

In so eine absurde Richtung muss es bei Fugu ja fast gehen. „Traurigkeit“ wird immer mit einer großen Tafel hochgehalten.

Heimo Wallner: Ja, wenn es einem gut geht, braucht man ja keine Musik machen – dann geht es einem eh gut.

Raumschiff Engelmayr: Gut gehen ist wichtig, dann geht es dir gut.

„I don’t love you“ ist eine ziemlich harte Nummer von euch, musikalisch wie inhaltlich. Keine barocken Schlenker, sondern ein sehr direktes und entschiedenes Anti-Liebesgeständnis.

Heimo Wallner: Naja, erstens widerspricht sich das Lied ja selbst, und wenn man etwas so ernst nach außen trägt, bekommt es schon wieder einen doppelten Boden. Das sagt ja auch aus, dass man die Ansprechperson eigentlich doch gern hat, das nur nicht wahrhaben möchte.
Aber zurück zu unseren Arbeitsvorhaben, es gibt auch die Idee einer Wien-Tournee: Alle 23 Bezirke in 24 Stunden durchspielen. Und eine Stunde hätten wir dann frei.

Raumschiff Engelmayr: Aber irgendwie will das niemand organisieren, die Genehmigungen einholen. Und wir bräuchten auch ein Gefährt. Wie hast du dir das eigentlich vorgestellt? Mit einem offenen Anhänger, wo wir uns hinten draufstellen?

Heimo Wallner: Ein Brauereiwagen wär am besten, wo man einfach die Plane nach oben geben und losspielen kann…

…wenn das Equipment nicht verrutscht.

Heimo Wallner: Das würden wir annageln.

Raumschiff Engelmayr: Unsere Touren führen uns immer nach Wien, Graz und irgendwo nach Oberösterreich.

Heimo Wallner:  Und dann kommt es zwischen meinem Bruder Martin und mir oft zu einem „brüderlichen Blitzableiten“ – da wird manchmal ordentlich gefightet zwischen Martin und mir. Fredl und Berndl schauen dabei, dass sie möglichst klein werden.

Hat schon mal ein Bruder den anderen aus der Band rausgeschmissen?

Heimo Wallner: Nein, soweit ist es noch nicht gekommen. Aber nicht, dass der Gedanke nicht schon mal aufgetaucht wäre. Nein, im Ernst: Ich bin sehr glücklich mit dieser Band und diesem Line Up. Die drei arbeiten wie ein Uhrwerk zusammen, mir hingegen ist das oft nicht ganz so klar, ob ich auf die 1 oder 2 oder 3 oder 4 oder 5 einsetze.

Dadurch bleibt es wenigstens spannend für dich.

Raumschiff Engelmayr: Für uns aber auch. Wenn Heimo falsch einsteigt, müssen wir schaun, dass wir hinten nacheiern…

Heimo Wallner: …dann hab ich aber auch schon mitbekommen, dass ich falsch liege und versuche das selbst auszubessern…

…und dann arbeiten beide wieder auseinander.

Heimo Wallner: Das geht halt nur, wenn man so ein Uhrwerk hinter sich hat.

Vielen Dank für das Interview.

Fugu and the Cosmic Mumu