MATTHÄUS BÄR – „Stromgitarre Schlagzeug Bass“

Die Rockband MATTHÄUS BÄR, von Matthäus Maier 2013 ins Leben gerufen, präsentierte am 29. November 2015 ihr neues Album „Stromgitarre Schlagzeug Bass“. Ihr Debütalbum, das 2013 erschien, traf auf große Nachfrage und auch „Stromgitarre Schlagzeug Bass“ (Phonotron) erfüllt die Erwartungen der ZuhörerInnen.

Das Ziel der Band ist, eine Verbindung zwischen Kinder- und Erwachsenenmusik zu schaffen, was auch gelungen ist. Die Lieder sind eine Mischung aus sanftem Rock und witzigen, intelligenten Texten – begleitet von Kindern, die aus vollem Halse mitsingen. Der Inhalt der Songtexte vermittelt sowohl die Position der Eltern als auch die der Kinder, was natürlich bei Kindermusik sehr wichtig ist. Durch Lieder wie „Rockbär“ kann eine Autofahrt zum Hit werden, wenn die ganze Familie „Yeah, oh yeah, Matthäus Bär“ mitsingt, oder es fällt der Mutter mit dem Song „Arbeitslied“ der Abschied am Morgen dann doch etwas leichter.

„Das hier ist kein Kindergarten, das ist eine Rockband“

Das Album beginnt dem Lied „Rockbär“, eines der rockigsten und lautesten Lieder der CD. Auch kündigen Matthäus Bär auf diesem Lied ihre Rückkehr an, die ihnen mit diesem Track sehr gut gelungen ist. Das Leben der Stadtkinder thematisieren sie im darauffolgenden Song „Stadtlied“: ein beschwingter Song mit guten Reimen und witzigem Text. Ob Liebeslied, Schlaflied, Abschiedslied oder Rebellionslied, man findet alles hier. Die Nummer 5 der Trackliste heißt „999 (Nein!)“ und, wie der Name schon erahnen lässt, handelt vom Neinsagen der Kinder. Sind in den ersten vier Nummern eher generelle Themen der Kindheit oder Träume des Alltags der Inhalt, so wird ab diesem Track mehr die Eltern-Kind-Beziehung behandelt. „Nein, nein, nein, nein, ich will nicht“ heißt es im Song „999 (Nein!)“, der die Bevormundung der Kinder durch ihre Eltern kritisiert und der Stimme der Kinder, selbst zu wissen, was sie in bestimmten Situation wollen, Gehör verleiht. Gleich darauf hört man das herzerwärmende „Arbeitslied“, das dem Kind erklären soll, dass die Eltern auch lieber daheimblieben, aber leider arbeiten gehen müssten.

Die Hexe, die sonst so gruselig scheint, wird eine weise alte Frau mit einem Kater – und das dank dem „Hexenlied“. Dieses Lied ist eines der wenigen, bei dem keine Kinderstimmen zu hören sind. Das auf dem Album befindliche Liebeslied ist überraschend groovy. Sind andere Liebeslieder langsam und ruhig, hat dieses eine muntere E-Gitarren-Melodie, statt Schlagzeug spielt ein Synthesizer und die Stimme besingt das eigene gestohlene Herz. Wenn das Kind gerade lesen lernt und keine Lust hat zu lesen, kann es das ruhige, verständnisvolle „Leselied“ hören – ein pädagogisch wertvoller Song zur Motivation der Kleinen. Das Album schließt ab mit einem wunderbar beruhigenden Schlaflied. Synthesizer und Stimme wiegen auch das aufgeweckteste Kind in den Schlaf. So wild das Album startet, so ruhig endet es.

Ein unterhaltsames und abwechslungsreiches Werk für die ganze Familie – und das auch noch mit Rockmusik!

Antonia Seierl

http://www.kinderhits.at
http://www.phonotron.at