Liebhaber weltmusikalischer Klänge werden am 31. März im Kulturverein Bahnhof im vorarlbergischen Andelsbuch wohl voll auf ihre Kosten kommen, wenn sich Martin Lubenov, seines Zeichens einer der wohl vielseitigsten Akkordeonisten, die aktuell in Österreich am Werken sind, gemeinsam mit seiner hochkarätig besetzten Begleitband in seinem Programm „Jazzta Prasta“ auf eine musikalische Reise begibt, die durch die verschiedensten Stile und Klangtraditionen führt. Was die BesucherInnen erwartet ist ein Abend ganz im Zeichen der großen Crossover-Kunst.
Es gibt wohl nur wenige MusikerInnen, die sich mit solch einer Leichtfüßigkeit und spielerischen Brillianz zwischen den unterschiedlichen Spielformen hin und her zu bewegen wissen. Für den seit 2001 in Wien lebenden gebürtigen Bulgaren Martin Lubenov bedeutet Musik die Freiheit, sich künstlerisch auszudrücken, die Möglichkeit, vermeintlich Fremdes und Gegensätzliches, ganz ohne Scheuklappen, zueinander zu führen. Wieso sollte sich ein Instrumentalist solch spielerischen Formats eigentlich auch einschränken. Stilistisch kennt der seit 2001 in Wien lebende und arbeitende Meisterakkordeonist keinerlei Einschränkungen. So treffen in seinen ungemein facettenreichen Stücken Elemente des Swing, Jazz, Tango Nuevo, Salsa und Musette auf traditionelle Spielarten der Roma- und Balkanmusik. Ein Mischung, die nur schwer in eine bestimmte Schublade passt, wiewohl man mit der Umschreibung Ethnomusik vielleicht noch am nähesten kommt.
Geboren in Sofia, hatte Martin Lubenov bereits seit frühester Kindheit großes Interesse an Musik und begann schon mit acht Jahren Akkordeon zu lernen. Später maturierte er am Musikgymnasium in Sofia. Seine musikalische Tätigkeit führte ihn inzwischen rund um den Erdball. Trotz seiner erst 34 Jahre wird er von Experten bereits zu den größten zeitgenössischen Virtuosen, Arrangeuren und Komponisten des balkanischen Akkordeons gezählt. Eine Ehre, die nur wenigen anderen zu Teil wird. Dass es Martin Lubenov ausgerechnet nach Wien verschlagen hat, ist kein Wunder. Seit jeher gilt die Stadt als kultureller und damit auch musikalischer Brückenkopf zwischen dem Balkan und dem westlichen Kulturkreis. Und genau diese Multikulturalität findet auch in seinem Band Jazzta Prasta seinen Ausdruck.
Gemeinsam mit Stefan Thaler (Kontrabass)und Harald Tanschek (Schlagzeug)wandelt der Akkordeonist stilsicher zwischen den Polen musikalischen Anspruchs und Partytauglichkeit, zwischen jazziger Komplexität und Tanzbarkeit, zwischen Tradition und Zeitgenössischem. Ein künstlerischer Spagat, den in dieser beeindruckenden Form nur wenige zu meistern in der Lage sind. Wer das Trio bereits einmal live gesehen hat, der weiß, dass sie keine allzu lange Anlaufzeit braucht, um warm zu werden. Einem mitreißenden Konzertabend liegt also nichts im Wege. (mt)