Martin Lubenov im Portrait

Vom 29. bis zum 31. Mai nimmt einer der führenden Musikerpersönlichkeiten des Landes die Bühne des Wiener Porgy & Bess für sich in Beschlag. Drei Abende lang präsentiert Martin Lubenov dem Publikum drei seiner Bandprojekte, die im Stil wohl nicht unterschiedlicher sein können. Einmal mehr stellt der Musiker damit unter Beweis, warum er zu den facettenreichsten in Österreich tätigen Akkordeonisten zu zählen ist.

Wie kaum ein anderer durchsetzt Martin Lubenov die traditionelle Musik der Roma mit Elementen des Swing, Jazz, Tango Nuevo, Salsa und Musette. Dazu kommen eine gehörige Portion technischer Brillanz und vor allem aber viel Humor. Ab dem Zeitpunkt an dem Lubenov seine Zelte in Wien aufgeschlagen hatte, war er in diverse namhafte Projekte, wie etwa der Wiener Tschuschenkapelle, involviert. Binnen kürzester Zeit entwickelte sich der 30-jährige Bulgare zu einem musikalischen Fixstern in der heimischen World Music Szene. Geboren in Sofia, hatte Martin Lubenov bereits seit frühester Kindheit Interesse an Musik und begann mit acht Jahren Akkordeon zu lernen. Später maturierte er am Musikgymnasium in Sofia.

Seine musikalische Tätigkeit führte ihn quer über den Erdball. Mit erst 28 Jahren gehört er bereits jetzt zu den größten zeitgenössischen Musikern Komponisten am balkanischen Akkordeon. Mit atemberaubender Virtuosität, spielerischer Eleganz und seinem ganz eigenen persönlichen Stil durchsetzt er balkanische Roma-Musik mit verschiedensten Schattierungen anderer Genres. Mit dieser außergewöhnlichen musikalischen Mischung vermag er Jazzer, World-Music-Fans wie auch Pop-Freaks gleichermaßen zu beigeistern.

Dass es Martin Lubenov ausgerechnet nach Wien verschlagen hat, ist kein Wunder. Seit jeher gilt die Stadt als kultureller und damit auch musikalischer Brückenkopf zwischen dem Balkan und dem westlichen Kulturkreis. Und genau diese Multikulturalität findet in den Bandprojekten Jazzta Prasta und dem Martin Lubenov Orkestar ihren Ausdruck. Könnte man Ersteres als Jazzband mit ethnischer Grundierung bezeichnen, verhält es sich beim Orkestar genau umgekehrt. Ausgefuchste ethnische Musik, tanzbar und partytauglich, aber mit geschickt gesetzten Jazzschattierungen. Dass Lubenov es aber auch in reduzierter Form auch kann, beweist er in seinem die Reihe beschließenden Duokonzert mit dem Saxophonisten Vladimir Karparov.

Aber nicht nur in Wien begeistert sich man für die Musik des Akkordeonisten. Zwei Tage vor den Portraitkonzerten im Porgy ist Martin Lubenov am 27. Mai mit seinem Orkestar in Dornbirner Spielboden zu Gast.(mt)

 

 

 

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