Marilies Jagsch und Mika Vember spielen für Ute Bock

Zugunsten des Flüchtlingsprojekts von Ute Bock findet im Wiener Gürtellokal Chelsea am 18. August ein Benefizkonzert statt. Mit Mika Vember und Marilies Jagsch lassen es sich auch gleich zwei der besten Singer/Songwriterinnen der heimischen Szene nicht nehmen, für die gute Sache ihren Beitrag zu leisten.

Schon lange bevor das heimische Singer/Songwritertum wieder populär wurde, bereiste Marilies Jagsch die Lande, um ein Konzert nach dem anderen zu spielen. So erlangte sie auch ohne ein Album veröffentlicht zu haben einen beachtlichen Bekanntheitsgrad. Wohl aus diesem Grund und natürlich auch wegen der hervorragenden Musik ist mit Clara Luzia schließlich Österreichs führende Songwriterin auf Marilies Jagsch aufmerksam geworden und hat die junge Riederin vom Fleck weg bei dem von ihr betriebenen Plattenlabel Asinella unter Vertag genommen. Das Anfang des vergangenen Jahres erschienene Debütalbum “Obituary On A Lost Mind” belegte eindrucksvoll, welch großes Potential in der Songwriterin schlummert.

Die Songs klingen, bedenkt man, dass es sich hier um ein Erstlingswerk handelt, bereits sehr reif. Die über weite Strecken sehr reduziert eingesetzte Instrumentierung erschafft eine unheimlich dichte Atmosphäre, welche den/die Hörerin vom ersten Moment an in Beschlag nimmt. Zudem verfügt Marilies Jagsch über eine ungemein schmerzhaft-schöne Stimme, mit der sie in der Lage ist, unterschiedlichste Stimmungen zu erzeugen. Trotz eines eher melancholischen Grundtenors, verfällt die Musikerin aber niemals in einen allzu leidenden oder selbstmitleidigen Ton. Immer wieder lässt die Songwriterin zwischen all den dunklen Wolken auch einmal kleine Hoffnungsschimmer durchstrahlen.

 

Auch Mika Vember ist hierzulande schon lange keine Unbekannte mehr. Bereits mit ihrer ersten CD “Now Or Now” legte die Musikerin ein erstaunlich ausgereiftes Solo-Debüt vor, das von der Presse durch die Bank hervorragende Rezensionen erhalten hat. Thematisch setzt sich die Songwriterin mit den negativen Auswüchsen von Beziehungen auseinander und blickt dabei in ganz persönliche seelische sowie gesellschaftliche Abgründe. So werden beispielsweise Stalker bloßgestellt (“Lovers”) oder eine Frau beim Versuch begleitet, die eingeimpften Pseudo-Wahrheiten ihrer Kindheit hinter sich zu lassen (“Dancing Queen”).

Die Songs sind stark geprägt von der eindringlichen und ausdrucksstarken Stimme der Musikerin, mit der sie stets in der Lage ist, unterschiedlichste Stimmungen zu erzeugen. Auch stilistisch lässt sich die Musikerin nicht auf ein einzelnes Genre reduzieren, dafür hat sie einfach zu viel Freude am Experimentieren. Mal taucht sie in Unterwasserwelten aus Piano und Gitarre (“Sub Aqua”) hinab, mal klettert sie auf rotzig arrangierte Percussionberge, an denen E-Gitarrenfetzen vorbeiziehen, nur um sich etwas später bereits wieder zurückgenommenen Folk-Klängen zu widmen.(mt)

 

 

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