
Um einen wirklich leicht verdaulichen Musikentwurf handelt es sich nicht, mit welchem Max Bogner als „Margaret Unknown” seine Hörerschaft konfrontiert. Denn der Sound, welchen der Wiener entstehen lässt, scheint einfach zu weit von dem entfernt, was üblicherweise als gewöhnlich bezeichnet wird. Nach irgendwelchen Strukturen oder linearen Abläufen sucht man vergeblich, ebenso nach Melodien oder Harmonien. Sind diese vorhanden, dann nur versteckt und in Spurenelementen unter der Schwelle des tatsächlich Wahrnehmbaren. Max Bogner spielt in seinen Stücken mit dem Prinzip des Unvorhersehbaren, wird doch in keinem Moment wirklich klar, in welche Richtung der Wiener seine Hörerschaft letztlich tatsächlich zu führen gedenkt. Musikalisch pflegt umtriebige Klangkünstler die experimentelle und avantgardistische Improvisation, die über die verschiedensten stilistischen Formen, wie über den Freejazz, die Klangkunst oder Elektroakustik, zum Ausdruck bringt. Er nähert sich aus unterschliedlichsten Positionen der Materie an und formt in eigenwilliger Art aus den einzelnen Versatzstücken etwas musikalisch vollkommen Eigenes.

Max Bogner zelebriert auf “Ebó”den Bruch mit jeglicher Musikalität und bietet eine etwas andere Annäherung an das Phänomen Klang. Seim Album ist schon eines, mit dem man sich schon auseinandersetzen muss, um es in seiner Ganzheit fassen zu können. Tut man dies aber, eröffnet sich letztlich ein intensives und unmittelbares Hörerlebnis, eines, welches seine Spannung vor allem aus dem Umstand bezieht, das es eben nicht den gängigen Formaten entspricht. (mt)