Der zeitgenössischen Musik einen Raum bieten, genau so etwa lässt sich die Hauptintention der Konzertreihe “Lauschergreifend live!” in wenigen Worten umschreiben. In den vergangenen Jahren zu einem bedeutenden Treffpunkt für die heimische Szene aufgestiegen, begeht die vom Österreichischen Komponistenbundes (ÖKB), der Interessengemeinschaft Niederösterreichische KomponistInnen (INÖK) und dem ensemble xx. jahrhundert initiierte Veranstaltung nunmehr seine 18. Auflage. Am 17. Dezember im Wiener Off Theater steht diesmal das Schaffen von KomponistInnen aus Niederösterreich im Blickpunkt. Zur Aufführung gebracht werden Werke von Alexander Wagendristel und Hannes Raffaseder. Durch den Abend führt Ursula Strubinsky.
“Lauschergreifend live!” zählt definitiv zu jenen Veranstaltungen mit Seltenheitscharakter, bringt sie doch in einer Weise KomponistInnen und MusikerInnen mit dem Publikum zusammen, wie es sonstwo kaum der Fall ist. Ganz nach dem Ansinnen der Organisatoren, soll der Neuen Musik aus Österreich eine Bühne geschaffen werden, von der aus sie der Öffentlichkeit präsentiert werden kann. Und zwar in einer ungezwungenen und aus dem ursprünglichen großen Konzertsaal-Kontext herausgelösten Atmosphäre. Die Werke werden nicht nur dargebracht, sondern auch von den Beteiligten analysiert, interpretiert und diskutiert. Was versucht wird, ist, “musikalischen Hörerfahrungen, Inspirationen, Eindrücke und Meinungen von Publikum, KomponistInnen und InterpretInnen in eine Interaktion zu versetzen”.
Zur Aufführung gebracht werden die Werke vom ensemble XX. jahrhundert. Das 1971 von Dirigent Peter Burwik gegründete, und noch heute von ihm geleitete MusikerInnenkollektiv verfolgte von Anbeginn an das Ziel, die Musik des 20. Jahrhunderts zu fördern und sie einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Formiert hat sich das Solisten-Ensemble aus ersten Mitgliedern der großen Wiener Orchester und freischaffenden Instrumentalisten. Als eines der inzwischen renommiertesten Ensembles im Bereich der Neuen Musik ist daher wenig verwunderlich, dass gerade diese Formation sich dazu bereit erklärt hat, in die Rolle des Interpreten zu schlüpfen.
Im achtzehnten Teil der Veranstaltungsreihe auf dem Programm stehen das 2008 von Alexander Wagendristel komponierte Werk „Stormy Weather“ für Flöte/Piccolo, Sopransaxophon, Schlagwerk, Harfe, Violine und Kontrabass, sowie „…trotz allem (Zwölf für Arnold)“ von Hannes Raffaseder für Flöte, Altsaxophon, Posaune, E-Gitarre, Percussion, Marimba, Klavier, Violine, Violoncello und Kontrabass (1995/2001). Zwei sehr interessante, in ihrer Art aber vollkommen unterschiedliche musikalische Ansätze. (mt)