Kaufmann akusmatisch – Eine akustische Biografie in der Alten Schmiede

Dieter Kaufmann, einer der wohl renommiertesten und bedeutendsten zeitgenössischen Komponisten des Landes, feierte vergangenen April seinen 70. Geburtstag. Die Alte Schmiede in Wien widmet dem gefeierten Künstler, langjährigen Professor der Wiener Musikuniversität und Leiter des Instituts für Elektroakustik drei Konzertabende, im Rahmen derer sein  Schaffen aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden soll. Der am 17. Juni stattfindende erste Teil der Porträtserie läuft unter dem Titel „Kaufmann akusmatisch“ und behandelt dessen Arbeit mit all den Brücken und Brüchen von 1969 bis 2007.
 
Der am 22. April 1941 in Wien geborene Komponist Dieter Kaufmann zählt ohne Zweifel zu den Wegbereitern der elektronischen und elektroakustischen Musik in Österreich. Es gibt hierzulande wohl kaum eine/n Komponisten/in der jüngeren Generation, der/die sich in seinem/ihren Schaffen nicht auf den bereits mehrfach ausgezeichneten und international hoch geschätzten Klangmaler und kritischen Geist beruft. Dieter Kaufmanns künstlerische Arbeit war stets geprägt von einer Art „Widerständigkeit“, von einer überzeugten Verweigerung jeglicher vorherrschender Dogmen. Mit seiner Musik wollte der Wiener zu keiner Zeit irgendwelche Erwartungen erfüllen. Ganz im Gegenteil. Ziel war es immer, die Hörgewohnheiten des Publikums einer Probe zu unterziehen. Angetrieben von der eigenen Neugier nach dem Neuen und noch nicht Bekannten, entwarf der 70-jährige Komponist eine sich ständig verändernde elektroakustische Ästhetik, die besonders durch außermusikalische Klangelemente bestimmt wird. Ein Ansatz, den viele KomponistInnen in ihren Arbeiten heutzutage verfolgen.

Im Rahmen der in der Alten Schmiede stattfindenden Porträtserie sollen genau diese Aspekte in Kaufmanns klanglichen Arbeiten herausgearbeitet und hörbar gemacht werden. Der Komponist selbst, seine Frau Gunda König und eine Reihe von Ensembles präsentieren an drei Abenden (17., 24. und 29. Juni)  seine Ideen und sein Schaffen, in dessen Mittelpunkt sieben Opern (komponiert zwischen 1984 und 2008) stehen. Darunter auch ein Werk nach Gert Jonkes „Freier Fall“, das noch nicht uraufgeführt wurde. Kernstück des dritten Abends ist die Uraufführung von „Reigen“. Hierbei handelt es sich um einen Dialog, bei dem nur eine Schauspielerin spricht und den Kaufmann nach August Strindbergs Text (Die Stärkere) komponierte.

Was die Porträtserie so interessant macht ist, dass quasi eine Art Bogen von den Anfängen der Elektroakustischen Musik bis zu hin aktuellen Ansätzen gespannt wird. Liebhaber anspruchsvoller, zeitgenössischer elektroakustischer Klangmalereien, die sich auch gerne einmal auf etwas vollkommen Neues einlassen, werden mit Sicherheit auf ihre Kosten kommen. (mt)

http://www.alte-schmiede.at