„KANN RAVE AUCH SANFT SEIN?“ – MAGDALENA CHOWANIEC und MARKUS STEINKELLNER (MERMAID & SEAFRUIT) IM MICA-INTERVIEW

MERMAID & SEAFRUIT sind MAGDALENA CHOWANIEC und MARKUS STEINKELLNER. Sie produzieren Musik, die reinfährt wie drei Runden im Tagada. Stehend in Buffalo-Sneakern. Bauchfrei zum Ritalin-Entzug. Irgendwo zwischen Gabber-Revival und Laser-Show ballern die beiden mit dem Spirit der 90er, der Ästhetik der Nuller- und der Wut der Zehnerjahre auf die Realität der 2020er. Ohne Waffen. Mit Bässen. Und in Seifenblasen eingehüllte Lyrics. „Screens are my new clothes“ heißt das auf ASHIDA PARKS erscheinende Album – weil Bildschirme längst zur Bühne wurden und unsere Identität widerspiegeln. Zurück zum Ursprung soll es nicht nur auf der Platte, sondern auch mit der Release-Show gehen. Am 13. und 15. August führen MERMAID & SEAFRUIT im Rahmen des IMPULSTANZ FESTIVALS eine „Rave Opera“ auf. Warum dort Schnecken aus Karton tanzen werden, die letzten Monate sanft gemacht haben und es mehr Räume geben sollte, in denen man den Zufall provozieren kann, haben MAGDALENA CHOWANIEC und MARKUS STEINKELLNER im Gespräch mit Christoph Benkeser erklärt.

Diesen Sommer wollen alle feiern, oder?

Magdalena Chowaniec: Die Leute können sich nicht noch einen Sommer einsperren. Jetzt besteht die Möglichkeit, im Freien zu feiern. Wenn eine vierte Welle kommt, und sie wird kommen, ist im Herbst wieder Schluss.

Wollen wir einen Moment nicht daran denken, sondern an die Raves, die noch kommen. Mit eurem Sound geht das ja gut.

Markus Steinkellner: Irgendwie hat sich das Projekt in die Richtung zwischen Gabber und Hardcore Rave entwickelt. Das war immer schon die Idee.

Dabei folgt ihr nicht dem Trend, sondern habt ihn vorweggenommen.

Magdalena Chowaniec: Das denk ich mir auch immer.

Markus Steinkellner: Aber in Österreich …

Magdalena Chowaniec: Ja, wir sind in einer Szene unterwegs, in der Gabber vor ein paar Jahren nicht Mainstream war. Inzwischen ist die Ästhetik überall. Das find ich zwar nicht cool. Es ist aber besser, als wenn Hardcore und Gabber nur mit rechten, sexistischen Hooligan-Kreisen assoziiert wird. Jetzt ist Gabber das neue Punk – aber nicht neu, weil eigentlich alt. Es war alles schon da.

„Inzwischen wird die roughe Arbeiterklasse romantisiert und als Inspiration für Fashion und Visual Culture benutzt.“

Trotzdem entdecken es viele erst jetzt.

Magdalena Chowaniec: Es ist massentauglich geworden. Gabber hat sich aus Hardcore-Techno in Rotterdam entwickelt und wurde von Lower-middle-class-Kids geliebt. Am Anfang standen keine Mainstream-Labels hinter dieser Subkultur, dann wurde Gabber zu Business. Inzwischen wird die roughe Arbeiterklasse romantisiert und als Inspiration für Fashion und Visual Culture benutzt.

Markus Steinkellner: Wir haben uns die Musik auch angeeignet.

Magdalena Chowaniec: Ja, haben wir.

Markus Steinkellner: Gerade im Musikbereich beeinflussen mich so viele Dingen aus dieser Kultur.

Magdalena Chowaniec: Punk ist ja auch Mainstream geworden. Alles wird irgendwann gemainstreamt. Heute kann man kaum mehr etwas als Underground betrachten. Jetzt ist eben Gabber dran – wir erleben einen Boom dieser Ästhetik.

Und in der Geschwindigkeit im Club. Techno knallt schneller und härter.

Markus Steinkellner: Normalen Techno fand ich immer schon fad. Ich komm aus der Breakcore-Richtung, die schnellen Sachen haben für mich einfach mehr funktioniert. Dass wir mit unserem Sound einen Zeitgeist treffen, ist trotzdem Glück.

Magdalena Chowaniec: Wir fingen 2015 an, Beats in diese Richtung zu produzieren. Damals gab es eine österreichische Website, wo man Hardstyle-Partys gelistet hat. Eine Szene gab es also schon. Sie war nicht so dominant wie in Holland oder Deutschland. Aber es gab sie – auch in Polen. Wir waren dort mal auf einem Hardstyle-Rave, damals war das ein mega hetero-cis-sexistischer Haufen, die Musik haben wir trotzdem gefeiert. Ob die Verschmelzung dieser unterschiedlichen Szenen zwischen klassischem Hardstyle und heutiger Queerness überhaupt möglich ist, überlebe ich aber schon länger.

Das ist ein wichtiger Punkt. Lässt sich die Vergangenheit mit der Gegenwart vereinbaren?

Magdalena Chowaniec: Man muss sich selbst hinterfragen: Ist die Kategorisierung von Sexismus in der vermeintlich queeren Neuerfindung von Gabber wirklich gefallen? Eine total offene, queere und non-binäre gibt es hier auch nicht. In der Musik schwingt eine Energie mit, auch durch die Geschwindigkeit und Roughness.

„[…] die Frage ist: Kann Rave und Hardstyle auch sanft sein?“

Das geht mit einer testosterongeladenen Konnotation einher.

Magdalena Chowaniec:  Ja, die Frage ist: Kann Rave und Hardstyle auch sanft sein? Unsere Lieder behandeln diese Frage, speziell das neue Album – schließlich wussten die Leute bei früheren Konzerten oft nicht, was sie mit uns anfangen sollen. Man hat uns ausgelacht für unsere Vorliebe für Gigi D’Agostino. Dabei ist der Sound mit unserer Teenage-Zeit verbunden.

Und der jetzt wiederkommt. Mit Melodie und Geschwindigkeit.

Magdalena Chowaniec: Oder Sanftheit mit hartem Beat.

Mermaid & Seafruit (c) Magdalena Fischer

Das erinnert mich an den Kopenhagen-Sound von Labels wie Kulør. Sie haben die Connection zwischen Trance- und Techno-Kultur wiederhergestellt und damit etwas zusammengeführt, das sich davor nicht zusammenführen wollte.

Magdalena Chowaniec: Der politische Diskurs kommt trotzdem stärker durch den performativen Aspekt und Aktivismus zustande. Gewisse Bewegungen eignen sich Musik an. Wir haben das bei den Wiener Donnerstag-Demos gesehen. So viele unterschiedliche Leute kamen zusammen und feierten zu ravigen Sounds. Das hat was ausgelöst und verändert.

Und der performative Aspekt?

Magdalena Chowaniec: Ich komme aus dem Performance-Bereich. Die Hetero-Cis-Kultur wurde reflektiert abgearbeitet. Die Musik, die wir machen, übernimmt diesen Diskurs – vor allem in den Texten. Ich kann Kritik einfließen lassen, Reflexionen oder Wünsche. Es ist ein Ventil. Dasselbe gilt für den Rave, wo man über utopische Konzepte sprechen kann. Vielleicht springt da ein Gabber-Dude rum, der noch nichts vom Begriff „non-binary“ gehört hat, aber durch den Track angesprochen wird.

„Der Text schafft Platz, um sich zu positionieren.“

Es schwingt im Sound mit?

Magdalena Chowaniec: Ja, aber man muss zwischen Beats und Lyrics unterscheiden. Der Text schafft Platz, um sich zu positionieren. Deswegen singen wir nicht nur über Herzschmerz und Liebeskummer, sondern über politische Themen, damit die Leute verstehen, woher wir kommen und für was wir stehen.

Die Texte geben den Kontext der Beats vor.

Magdalena Chowaniec: Texte waren für mich immer ein Kanal, über die Welt zu sprechen. Was in der Performance nicht mit derselben Direktheit funktioniert, kann man in Liedern einfach sagen: gegen Patriarchat, Kunstmarkt oder was auch immer! Die neuen Lieder schlagen eine andere Richtung ein. Sie hängen stark mit dem Lockdown zusammen. Und sind sanft geworden.

Die Pandemie hat euch sanft gemacht?

Magdalena Chowaniec: Es gab einen Wunsch nach Sanftheit. Nach Berührung. Und es entstand die Frage der Isolierung, die ich als Tänzerin nicht gewohnt bin. Das Album heißt nicht ohne Grund „Screens Are My New Clothes“. Als Tänzerin war ich während des Lockdowns gezwungen, meine Kunst in andere Medien zu übersetzen. Ich musste mich online präsentieren, Filme drehen und all das, was die Live-Performance ausmacht, hinterfragen. Die Screens wurden zu unseren Bühnen, zu unseren neuen Persönlichkeiten. Das hatte ich satt, weil das Dazwischen mit dem Lockdown wegfiel. Es konnte – wenn überhaupt – nur über Distanz entstehen. Das echte Dazwischen aber, das für unsere Denkweise so zentral ist, war weg. Gleichzeitig redeten alle von einem Zurück zur Normalität.

Genau, warum eigentlich immer zurück?

Magdalena Chowaniec: Ja, eben! Die Normalität war davor schon unfair und ungleich für so viele.

Markus Steinkellner: In welche neue Normalität man gehen möchte, hat sich kaum jemand gefragt. Die meisten wollten zurück zu dem Davor. Von einer Chance auf Veränderung hat niemand gesprochen.

Magdalena Chowaniec: Wer zu dieser neuen Normalitätsgestaltung eingeladen werden könnte, übrigens auch nicht. Dabei wäre das eine wichtige Frage. Schließlich gestalten immer die, die Macht besitzen.

Mermaid & Seafruit (c) Magdalena Fischer

Trotzdem hat sich etwas verändert.

Markus Steinkellner: Gerade zwischen Leuten, die im Internet leben. Sie haben eine Stimme bekommen. Ob das so bleiben wird?

Die Leute werden nicht weniger Zeit im Internet verbringen …

Magdalena Chowaniec: Weißt du, was ich schrecklich fand? Dass uns alle analogen Wege, die mich empowern, nicht vollständig ins Digitale reinzukippen, einfach weggefallen sind. Performance basiert auf analogen Treffen. Nur so schaffst du einen Zugang zum Experiment. Ein Zugang, der über social media gar nicht passieren kann, weil die Sprache begrenzt ist. Alles, was ich erforsche, wurde also mit einem Moment inexistent. Und das analoge Treffen zu einer Unmöglichkeit. Dadurch entstehen keine Kollektive, sondern es …

Führt zu einer fragmentierten Masse, die überhaupt kein Bewusstsein für kollektive Ermächtigung hat?

Magdalena Chowaniec: Ja. Durch das Fehlen der Interaktion ist bei vielen Menschen auch das Toleranzniveau zurückgegangen. Ich hab das bei mir selbst beobachtet. Mit anderen Menschen umzugehen, sich auf Diskussionen einzulassen – ich hatte das Gefühl, ich bewege mich nur noch in meiner Bubble, treffe Menschen, die ich mag und die ähnlich denken … die Konfrontation fiel durch die Pandemie vollständig weg.

„Die Absenz der Zufälligkeit mechanisiert unser Leben und macht es uninteressant.“

Zoom-Calls setzen gerade eine Intention voraus. Man trifft sich, weil man sich verabredet hat. Der Zufall, jemanden zu treffen, mit dem man eine Diskussion führt, wird dadurch eliminiert.

Magdalena Chowaniec: Die Absenz der Zufälligkeit mechanisiert unser Leben und macht es uninteressant. Schließlich entsteht das Meiste im Leben durch Zufall. Deshalb sind drei oder vier Lieder auf dem Album stark mit dem Gefühl verbunden, sich etwas zu wünschen, das man im Moment nicht haben kann. Man merkt das – der Ton ist ruhiger, weil ich traurig war und mich einsam fühlte. Gerade im Bereich der Artistic Research musste man sich in einem medialen Internetformat beugen, was eine Übersetzung ist. Das finde ich nicht gut. Tanz, Bewegung und Berührung können zwar übersetzt werden, werden aber zu einer Beschreibung dessen, was sie sind. Ich kann dir erzählen, wie es sich anfühlt, mich zu berühren. Das ist aber keine tatsächliche Berührung.

Die setzt ein Im-Raum-Sein voraus.

Magdalena Chowaniec: Ja, Berührung ist Präsenz. Sie kann heilend und gewalttätig sein, ist eine Art von Kommunikation, die mit Sprache nichts zu tun hat. Das ist wie Musikmachen – es kommt etwas aus mir, aus meinem Unterbewusstsein, zu dem ich sonst keinen Zugang finde.

Gerade live braucht es bei euch deshalb den Raum …

Markus Steinkellner: … in dem sich die Leute frei bewegen können, ja!

Was dazu führt, dass sich die Leute diesen Raum kollektiv aneignen. Das passiert online nicht.

Markus Steinkellner: Nein, nur im Raum kann etwas passieren. Wir haben den großartigen Raum im Grazer Dom im Berg gespielt – aber nur für die Kameras.

Mit einer riesen Laser-Show, oder?

Markus Steinkellner: Genau, super Show, super Sound – aber keine Leute. Das war schon weird.

Magdalena Chowaniec: Und ging mit einer ganz anderen Energie einher.

Die Interaktion fehlt – ihr verlagert eure Live-Show oft ins Publikum.

Markus Steinkellner: Ja, es geht um die gegenseitige Beeinflussung von Publikum und uns. Dann entsteht Energie.

Magdalena Chowaniec: Ohne Live-Publikum ist es nicht möglich, so eine Energie zu produzieren. Deshalb waren all die Produktionszuschüsse, um die Projekte zu filmen, kompletter Bullshit. Entweder macht man aus dem Projekt einen richtigen Film. Oder man lässt es bleiben. Das Ganze nur zu dokumentieren, bringt niemandem was. Wer soll sich das anschauen? Es reiht sich ein in News über Afghanistan, Konzertmitschnitte von Madonna und …

… den endlosen Stream an Information. 

Magdalena Chowaniec: Es wird gleichgültig, ja. In der Realität kannst du zwei Stunden monotone Choreografie aushalten. Im Video funktioniert das nicht.

Markus Steinkellner: Man kann solche Streams vielleicht zehn Minuten lang ansehen. Ich hab mir während des Lockdowns lieber alte Mitschnitte von richtigen Konzerten auf YouTube angesehen als Streams aus dem Wohnzimmer.

Magdalena Chowaniec: Es fehlte an Ideen, die safe umzusetzen gewesen wären. Eins-zu-eins-Performances zum Beispiel. Man merkt das ja: Nach der Isolation setzt man sich zusammen und redet – es wird plötzlich geschätzt. Junge Leute kommen am Karlsplatz zusammen, wollen miteinander sein.

Bis sie von der Polizei vertrieben werden.

Magdalena Chowaniec: Von Menschen mit Macht – und Komplexen! Die denken, es gehe ihnen besser, wenn es anderen schlechter gehe. Die nach Sündenböcken suchen.

„WIR SIND LINKE UND WOLLEN WAS ANDERES.“

Und einfache Antworten auf komplexe Fragen geben.

Magdalena Chowaniec: Alles andere bedeutete ja zu arbeiten! Lieber schieben sie die Schuld auf jemand anderen. Sonst müssten sie sich ja mit ihrer politischen Identität beschäftigen. Das wäre ihnen zu anstrengend. Auf der anderen Seite gibt es jene, die die Pandemie zur Reflexion nutzen konnten, also die Zeit und das Privileg dazu hatten. Die Frage ist: Wer hatte diese Zeit und dieses Privileg?

Nicht die, die sagen durften, dass die Pandemie uns alle gleich treffe.

Magdalena Chowaniec: Ich kann mich an eine Ö1-Sendung während des Lockdowns erinnern. Eine Psychologin hat geraten, ein Lavendelkistel neben den Polster zu legen, damit die Ängste weggehen. Während sie auf dem Balkon ihrer 100-Quadratmeterwohnung sitzt und solche Sätze sagt, müssen andere Leute im Gemeindebau schwitzen.

Euch beschäftigt die politische Dimension sehr, merke ich. Man könnte diese Dringlichkeit in eurer Musik vermuten.

Magdalena Chowaniec: Klar, wir sind Linke und wollen was Anderes. In der Kunst kann man sich eine Utopie-Bubble schaffen.

Markus Steinkellner: Gleichzeitig flüchtet man sich für eine Nacht in einen sicheren Raum – mit lauter Musik und netten Menschen.

Magdalena Chowaniec: Die Frage ist: Wie kann man dieses temporäre Empowerment mit anderen teilen? Wenn man schafft, sich selbst zu empowern, muss man andere daran teilhaben lassen. Ansonsten kommt es nicht zu Diversität, Integration oder einem Dialog, der zu einem Lernprozess führen kann.

Und zu keinem gemeinsamen Bewusstsein für das Problem.

Magdalena Chowaniec: Ja, der Kampf gegen Rassismus ist ein struktureller. Diesen Kampf können nicht nur Menschen angehen, die davon betroffen sind. Es braucht jene, die nicht von Rassismus betroffen sind. Damit sie es verstehen. In meinem künstlerischen Werdegang war es immer wichtig, Community-Projekte zu machen. Menschen enttraumatisieren sich durch Bewegung, im Gespräch, entwickeln eine Sensibilität für sich und für andere. Das ist ein Erfolg – egal, ob es künstlerischen Wert hat oder nicht.

Music Tunnel (c) Stefan Lozar

Du bringst das wunderbar auf den Punkt, Magdalena.

Magdalena Chowaniec: Wenn wir die ganze Zeit nur über Unterschiede sprechen, bringt uns das nichts. Wir müssen nach Gemeinsamkeiten suchen! Und den Zufall zulassen.

Das setzt die Bereitschaft voraus, sich diesem Zufall auszusetzen, aus der Comfort Zone rauszugehen.

Magdalena Chowaniec: Deshalb ist es nicht leicht, einen Rahmen zu schaffen, in dem dieser Zufall passieren kann. Wir alle entwickeln Routinen und Muster. Wir treffen dieselben Leute. Das lullt auf Dauer ein. Dabei brauchen wir manchmal den Konflikt. Gerade habe ich einen Artikel gelesen, in dem es um die Überempfindlichkeit in der Gesellschaft geht. Man pickt wegen irgendeiner Scheiße auf anderen rum. Weil sie etwas gesagt haben, das uns nicht passt. Das ist ein Shift in die falsche Richtung. Wir entwickeln uns durch Brüche – nicht jedes Gespräch muss friedlich verlaufen. Das heißt nicht, dass es ein Kampf sein muss.

Reibung kann auch etwas Positives haben. Beim Festival ImPulsTanz sucht ihr danach. Ihr stellt euer zweites Album vor. Als Workshop?

Magdalena Chowaniec: Wir machen eine Show mit Bühnenbild und Tänzer*innen als Extended Performance. Ich nenne es „Rave Opera“. Wir versuchen, aus dem Album ein Narrativ entstehen zu lassen. Das wollte ich schon immer machen, es wird ein bisschen wie selbstgemachtes Theater – mit Waldkreaturen, die sich gegen hegemoniale Strukturen wehren.

Das ist ein harter Bruch mit der gängigen Hardstyle-Ästhetik.

Magdalena Chowaniec: Von dieser gerenderten, neonfarbenen Digital-Ästhetik hab ich genug. Ich bin mit Puppentheater aufgewachsen, will diese cheesy analoge Ästhetik in einen professionellen Kontext verschieben. Man bastelt sich Dinge aus Papier und Karton, hat nicht nur fancy Visuals und riesige Lasershows, sondern schafft einen Gegenpol zur Digitalisierung. Deshalb schneiden wir Schnecken und Elfen aus Karton, schaffen einen Fluss aus Tüll … und kreieren lauter Basteleien in einer kindlichen DIY-Ästhetik. Das wird weird. Darauf freue ich mich!

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Christoph Benkeser

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Termine:
Screens Are My New Clothes. Extended Album Release Show
ImPulsTanz
Freitag, 13. August 2021, 21:00 Uhr, WUK
Sonntag, 15. August 2021, 21:00 Uhr, WUK

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