JUNGER – „Kein Land in Sicht“

Nein, Alternativerock muss nicht zwangsläufig immer im alten Kleid daherkommen. Er kann durchaus auch einmal aus dem gewohnten Schema fallen, neu, kantiger und verspielter erklingen und genau aus diesem Grund auch gefallen. Die oberösterreichische Band JUNGER liefert mit ihrem Debüt Kein Land in Sicht (Motor Music) genau dafür den Beweis.

Junger zelebrieren auf ihrem Debütalbum einen deutschsprachigen Alternative-Sound der alten Schule, der aber – und das ist das Besondere an der ganzen Geschichte – in keinem Moment irgendwie altbacken klingt, sondern genügend eigene Akzente setzt, um in der Gegenwart Platz zu finden. Ein Grund dafür ist, dass die oberösterreichische Band rund um Hans-Peter Junger es wirklich versteht, mit rockigen Klängen auf sehr vielfältige Art und Weise umzugehen. Der sich mit einer charismatisch-rauen Stimme durch das Album singende Frontmann und seine Bandkollegen Albert Radlinger (Gitarre), Andreas Mitterbuchner (Bass) und Florian Duft (Schlagzeug) beschränken sich in ihren Nummern nicht auf das musikalisch Eindimensionale, sondern versuchen, sich vom Ausdruck her so breit wie möglich zu positionieren.

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So klingen zwischen den kraftvollen und lauten Gitarren, fetten Drums und treibenden Basslines immer wieder auch eingängige Klaviermelodien, bluesige Einwürfe und tanzbare Rhythmen durch, wodurch das Geschehen einen sehr abwechslungsreichen Charakter annimmt. Vortrefflich beherrschen Junger auch das Spiel mit Gegensätzen. Die vierköpfige Truppe weiß ganz genau, wann es heißt, Gas zu geben, und wann das Tempo wieder etwas herausgenommen und ruhigere Klänge angeschlagen werden müssen, um den Spannungsbogen des Albums durchgehend hoch zu halten.

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Auf „Kein Land in Sicht“ vereint sich exzellentes Rockhandwerk mit einer ordentlichen Portion Kreativität und großer Leidenschaft. Hans-Peter Junger und seine Band schlagen in ihren Songs genau den Ton an, der dem Begriff “Alternative” wieder einen frischen Anstrich verpasst und ihn so auf angenehme Weise aus der Reihe tanzen lässt. Ein richtig starkes erstes Lebenszeichen.

Sabine Papesch

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