Das Wiener Quartett IZZY BASH liefert auf seiner ersten, selbstbetitelten EP (Panta R&E) einen interessanten Mix aus 90er-Crossover, gefinkelt arrangierten Rhythmen und Vocals, welche die Band vom Rest der Rock-Formationen sicherlich unterscheidet. Die Spielfreude, mit der IZZY BASH ans Werk gehen, ist jedenfalls hörbar und macht Lust auf eine Livedarbietung.
Der Opener „Clever Lie“ schafft gleich zu Beginn den Spagat, interessante rhythmische Arrangements beinahe unaufgeregt in einen ansonsten kraftvollen, antreibenden Song zu verpacken. Nach dem geschickt in eine Strophe verwobenen Break in diesem Song würden sich so manch andere Songwriterinnen und Songwriter die Finger lecken. Bereits im ersten Song wird überdies klar, dass ein absolutes Alleinstellungsmerkmal von Izzy Bash der Gesang des Frontmanns Benjamin Kubaczek ist. Er röhrt energetisch und verschafft sich unaufhaltsam die Aufmerksamkeit der Zuhörenden, singt aber an den richtigen Stellen melodiös genug, um sich im Ohr festzusetzen. Der Wiedererkennungswert ist jedenfalls gegeben. Die Stimme kann als symptomatisch für den höchst eigensinnigen Stilmix von Izzy Bash gelten: Massenhaft unterschiedliche Stilmittel finden im Sound der Band Anwendung, und während man im ersten Moment noch verleitet ist, das Experiment als gescheitert zu verurteilen, macht die Kombination, wenn man sie zum zweiten Mal hört, überraschend viel Sinn. So verleiben sich die vier Musiker eine funktionierende Eigenständigkeit ein, nach der andere mitunter eine Karriere lang suchen.
Funktionierender Stilmix wie durch Zauberhand

Die irrwitzigen Kompositionen, die eben auch durch die markante Stimme mit einem Quäntchen Manie und Wahnsinn gespickt sind, erschließen sich teilweise auf wahrlich wundersame Art und Weise. „Human Aliens“ beispielsweise lässt es sich nicht nehmen, eines der prominentesten Zitate der menschlichen Neuzeit als Intro zu verwenden, nur um sich später textlich in einem Reigen an imperativen Superlativen zu entfalten. Währenddessen grooven Bassist Jakob Bachbauer und Schlagzeuger Philipp Sevcik in bester Funk-Manier vor sich hin, nur um stellenweise den Härtegrad anzuziehen und so den Groove immer wieder in Stoner-Rock-Gefilde zu befördern. Als dramatischster und zugleich melodischster Song der EP positioniert sich „Change Me“, in dem immer wieder Gesprächsfetzen im akustischen Raum zirkulieren, der ansonsten vordergründig von einem flächendeckenden Gitarren-Riff ausgefüllt wird. Der druckvolle und zugleich transparente Sound der EP, für den sich Oliver Kamaryt verantwortlich zeichnet, offenbart sich in diesem Song besonders beeindruckend. Zum Abrunden gibt es als Outro des Songs noch etwas Gesellschaftskritik, wiederum in Form von eingespielten Audio-Samples. „P.O.P“, der Rausschmeißer der EP, findet sich abermals im eher groovebetonten Eck des breiten Spektrums von Izzy Bash wieder und zeichnet sich durch beinahe theatralische Gesänge aus. Fließende Übergänge von vermeintlich konträren Teilen stellen das Können der Musiker zur Schau. Ein bisschen Abrissbirne zum Abschluss darf natürlich auch nicht fehlen. Insgesamt verleiten sowohl der gewagte Stilmix, den Izzy Bash auf ihrer ersten Veröffentlichung an den Tag legen, als auch die starke Rhythmuslastigkeit der Songs dazu, Vergleiche mit Crossover- und Nu-Metal-Acts aus den 90er- und 2000er-Jahren zu ziehen. Heute wirkt diese Herangehensweise durchaus erfrischend und bietet viele Aha-Effekte, die Lust auf mehr und Livekonzerte machen.
Sebastian J. Götzendorfer
IZZY BASH live:
15.06.2017 AUT | Wien | Fluc
30.06.2017 AUT | Bad Ischl | KulturRausch
