
“Es ist doch alles schon gesagt.” Nach all den Nachrufen der vergangenen Woche, sollte es wohl nur mit diesen Worten eines anderen großen Pop-Österreichers – Hansi Hölzel – zum Ausdruck gebracht werden. Eine Flut an Nachrufen die Georg Danzers Werk und Wesen mit den richtigen Worten zu würdigen wusste.
Nicht zuletzt deshalb, weil Georg Danzer zu Lebzeiten stets darauf bedacht war, kein mediales Zerrbild von sich selbst zu generieren – keine schützende Kunstfigur zu erschaffen -, sondern stets versuchte, die Person die er war, in den Vordergrund zu stellen. Ohne aufgeblasene Privatgeständnisse zwecks Marketing, Skandalen & Skandälchen oder öffentlich kommunizierte Eitelkeiten. Wer jemals mit der Medienmaschinerie konfrontiert war, muss wissen, dass dies für einen Menschen des öffentlichen Interesses – der Danzer seit den Siebzigerjahren war – keine allzu leicht zu bewältigende Aufgabe ist. Dass der Austropop-Mitbegründer ebenso viel Wiener Lokalkolorit wie Weltgewandtheit in sich hatte – davon zeugt allein schon die differenzierte Wahrnehmung die Georg Danzer von bundesdeutscher Medienseite zu Teil wurde, die vor allem seinen Beitrag zur “alternativen Szene” der Siebzigerjahre zu würdigen wusste. Ganz ohne hierzulande gepflogenen Austropopseligkeiten und posthumen “Georg Nationale”-Adelungen. In Woche Eins nach seinem Ableben, gilt es aber einen ganz anderen Verdienst Georg Danzers zu würdigen: Die bereits zu Lebzeiten erteilte und nun öffentlich kommunizierte Absage an den großen Reibach mit der feschen Leich’: Das Verhindern von schnell zusammengeschusteter, seelenloser Best-of-Kompilationen. Die Langfristigkeit und Nachhaltigkeit die Danzer seit jeher mit seiner Kunst an den Tag legte, findet eine Fortsetzung mit einem mehr als anständigen Umgang mit dem eigenen Werk. Lediglich sein Backkatalog – immerhin war Danzer stets ein Künstler der das Medium Album als solches umsetzte – und ein von ihm noch selbst abgesegnetes Live-Album sollen nun in Bälde erscheinen. Ein Ansatz der mindestens gleich stark zu würdigen ist wie sein musikalisches Schaffen und hoffentlich ein Signal das manch andere Musikgröße und das Industriepersonal entsprechend wahrnehmen bzw. in der Zukunft umsetzen zu gedenken.
