
Musikalisch mit dem Strom geschwommen ist der umtriebige Kärntner ja noch nie. Schon seine beiden ersten Veröffentlichungen, die im Sound noch stark dem konventionellen Indierock US-amerikanischer Prägung angenähert waren, aber dennoch ganz eigenen Vibe entwickelt haben, machten deutlich, dass Herwig Zamernik immer schon ganz eigene Vorstellungen davon hatte, in welche Richtung es gehen sollte. Seinen eigenen Stil wirklich gefunden zu haben, scheint er nun auf seinem neuen Album „Trust Me Fuckers“. Was er in den aktuellen Songs betreibt, ist die bewusste Öffnung und Erweiterung des eigenen musikalischen Spektrums, die Loslösung von den gängigen Mustern mit dem Ziel, Popmusik jenseits der sonst üblichen Formen zu erschaffen.
Man muss sich mit dem Nummern schon auseinandersetzen und ihnen mit Offenheit begegnen, geht der Kärntner, der einst auch zum Stammpersonal der avantgardistischen Klagenfurter Grindcore/Death Metal Band Disharmonic Orchestra zählte, doch sehr eigenwillig an die Sache heran. Irgendwelche Schnellschüsse darf man von ihm ohnehin nicht erwarten. Die aus Elementen des Indiepop, Rock und der Elektronik zusammengebastelten Songs sind zwar solche schöner Melodien und einer fast schon Radiotauglichkeit, doch es schwingt immer die etwas schräge Zamernik Note mit, die vor allem in einer klanglichen Vielschichtigkeit und Detailverliebtheit ihren Ausdruck findet.
„Trust Me Fuckers“ ist einfach ein schönes Beispiel dafür, wie anspruchsvoller, spannender und berührender, zugleich aber auch sehr gefälliger Indiepop auch heute noch erklingen kann. (mt)
Termine
13.10. Posthof Linz
15.10. WUK, Wien
16.10. PPC, Graz
03.11. Kulturhofkeller, Villach
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