Franz Hautzinger`s Oriental Space

Die Nickelsdorfer Konfrontationen stehen seit Anbeginn ganz im Zeichen musikalischer Grenzgänge und der Zusammenführung absoluter Gegensätze. Ein Musiker, der all diese Widersprüchlichkeiten spielerisch in einen logischen Zusammenhang bringen kann, ist Franz Hautzinger. Am 13. Juli gibt er in der Nickelsdorfer Jazzgalerie einmal mehr sein Programm “Oriental Space” zum Besten.

 Wie der Name des Programms bereits verrät, befasst sich Trompeter und Komponist Franz Hautzinger, gemeinsam mit seinen  Partnern Helge Hinteregger, Mazen Kerbaj und Sharif Sehnaoui mit dem orientalischen Raum und dessen Kulturkreis. Es wäre aber nicht Hautzinger, würde dies in vorhersehbaren und von allen erwarteten Bahnen ablaufen. Im Grunde genommen geht es darum, die Definition, des von beiden Seiten mit Vorurteilen und Klischees beladenen Begriffspaares Orient und Okzident, in seine Einzelteile zu zerlegen. Befreit von jeglicher Wasserpfeifen- und Bauchtanzromantik wird die Musik von den Protagonisten auf das Wesentlichste reduziert, was schließlich zur Folge hat, dass der universelle Charakter in den Vordergrund gerückt.

 

Das Werkzeug dessen sich Franz Hautzinger und sein Ensemble bedienen, ist die Improvisation, deren Wesenszug ein universeller Charakter, frei von jeglicher nationalen Zuschreibung, ist. Wohl in keiner anderen Spielart des Jazz ist es möglich, vermeintliche Trennlinien so einfach und ohne große Erklärungen für nichtig zu erklären. Das Programm “Oriental Space” verdeutlicht auf eine eindrucksvolle Art und Weise, in wie weit beide Kulturkreise voneinander profitieren, und nicht einfach gesondert betrachtet werden können. Die besondere Kunst dieses Quartetts ist es, das trotz aller tief gehenden Beschäftigung mit der Thematik, musikalisch nie der rote Faden verloren wird. Spielfreude und Faszination an der Improvisation ohne Vorgaben stehen nach wie vor im Mittelpunkt. (mt)