Die inzwischen fünfundzwanzigste Auflage erlebt das in der Steiermark stattfindende Festival St. Gallen in diesem Jahr. Einmal mehr sind renommierte MusikerInnen und KomponistInnen aus dem In- und Ausland geladen, die Gegend rund um die Burg Gallenstein auf wunderbare Weise zum Erklingen zu bringen. Wie gewohnt präsentiert sich die Veranstaltung, für deren Programmierung sich alleine die KünstlerInnen selbst verantwortlich zeigen, auch heuer von einer musikalisch ungemein vielfältigen Seite. So spannt sich der Bogen des am 12. August beginnenden zweiwöchigen Festivals von der Klassik über die Neue Musik und den Jazz bis hin zur Weltmusik. Als Spielstätten dienen die Open-Air-Arena Burg Gallenstein, die St. Gallener Pfarrkirche und die Volksschule.
Das Festival St. Gallen nimmt nun schon seit Jahren einen fixen Platz im prall gefüllten sommerlichen Kulturkalender der Steiermark ein. Kein Wunder, bietet es doch jedes Mal ein spannendes, abwechslungsreiches und höchst innovatives Programm, welches Kulturinteressierte aus allen Himmelsrichtungen in großer Zahl anzieht. Auf ein übergeordnetes Motto wird auch heuer verzichtet. Vielmehr geht es der Festivalorganisation, dem Kulturkreis Gallenstein, darum, eine musikalische Plattform zu schaffen, auf der ganz ohne Scheuklappen und Einschränkungen agiert werden kann. Die KünstlerInnen sind dazu angehalten, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken und sich ganz ihrer Experimentierfreude hinzugeben. Gerade durch diesen offenen Zugang entsteht eine Programmvielfalt, „der die behutsame Auseinandersetzung des Bekannten mit dem Fremden, des Alten mit Neuem, volkskultureller Ausdrucksformen mit avantgardistischen Identifikationsmöglichkeiten zugrunde liegt“.
Im Fokus der »Sankt Gallener Kulturaktivitäten« steht seit Anbeginn besonders die Förderung der zeitgenössischen österreichischen Musik. Dieser Leitgedanke findet alljährlich unter anderem auch in der Vergabe von Kompositionsaufträgen ihren Ausdruck. Für das diesjährige Festival mit der Aufgabe betraut, ein Werk zu komponieren, wurden Balduin Sulzer, Bartolo Musil, Thomas Dinböck, Hennes Ebner und Páll Pampichler-Pálson.
Ebenfalls einen Höhepunkt des Festivals St. Gallen stellt das Eröffnungskonzert “Ständchen der Dinge” der Musicbanda Franui dar. Wohl kaum einem anderen Ensemble gelingt es auf so einzigartige und spannende Weise, Schubert- und Brahmslieder einen ganz neuen klanglichen Anstich zu verpassen. Auf keinen Fall verpassen sollte man das Konzert der legendären steirischen Weltmusikcombo Broadlahn, die im Bereich der „Neuen Volksmusik“ in Österreich bedeutende Pionierarbeit geleistet hat.
Spannend auch das Gastspiel des international renommierten russischen Pianisten Alexei Lubimov, der im Rahmen des Festivals mit “Wiener Blut” (gemeinsam mit dem Studioquartett für Neue Musik Moskau) und “Der Sohn der Sterne” gleich zwei Mal auf der Bühne zu sehen sein wird. Seinen krönenden Abschluss findet das Festival St. Gallen mit der Aufführung von Ludwig van Beethovens Neunter Symphonie durch den Arnold Schönberg Chor und das Festivalorchester St. Gallen unter der Leitung von Erwin Ortner. (mt)
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