
Musikalisch richtig bunt dürfte es in diesem Jahr bei der im Wiener Theater Akzent stattfindende Konzertreihe “in between” zugehen. Drei Termine mit eben so vielen unterschiedlichen Zugängen zum Thema Weltmusik. Eröffnet wird der illustre Reigen am 19. Jänner mit einem gemeinsamen Konzert von dem in Österreich lebenden brasilianischen Gitarristen Alegre Corrêa und dem Wiener Ausnahmeakkordeonisten Karl Hodina.
Es gibt nicht viele MusikerInnen, die mit einer fast betörenden Leichtigkeit zwischen den unterschiedlichsten musikalischen Stilen und Welten hin und her pendeln. Ein Künstler, der mit Sicherheit dieser Gruppe von Ausnahmekönnern angehört, ist der in Wien lebende Alegre Corrêa. Musikalisch in seiner Heimat Brasilien sozialisiert, verbindet der Gitarrist in unnachahmlicher Weise südamerikanische Klangtraditionen mit den unterschiedlichen Formen des europäischen Jazz oder der Weltmusik. Eine facettenreiche Mischung, die er über die Jahre hinaus zu seinem ureigenen Stil entwickeln konnte. Mit Karl Hodina steht Alegre Corrêa an diesem Konzertabend ein Musiker zur Seite, der eigentlich wie kaum ein anderer die Geschichte des Wienerlieds der letzten Dekaden stilistisch mitgeprägt hat. Sein gesamtes Leben hindurch stellte der Maler, Jazzpianist und als Akkordeonist jene Stadt, in der er lebt und die ihn geprägt hat, in den Mittelpunkt des künstlerischen Schaffens. Als großer Kenner der ureigenen Wiener Seele und der Kunstformen, welche aus dieser entsprungenen sind, entdeckte er seine eigene unnachahmliche Zugangsweise zu diesem Thema. Man darf mehr als gespannt sein, was herauskommt, wenn sich zwei solch große Virtuosen zusammentun. Das Publikum darf sich an diesem Eröffnungsabend auf eine ungemein spannende musikalische Reise freuen, die vom brasilianischen Urwald bis ins tiefste Wien führt.
Weiter geht es am 23. Jänner mit einem Ausflug in die Welt des Klezmer. Lange Zeit war dieses Genre aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden. Eine Gruppe, die maßgeblich dafür verantwortlich ist, dass diese Musik heute in Wien wieder ihr Publikum findet, ist das Ensemble Klesmer. Vor rund 15 Jahren hatte der Violinist und Sänger Leon Pollak die Vision, jiddische Musik in ihrer reinsten und authentischen Form wiederauferstehen zu lassen. Während andere Gruppierungen dieses Genres immer wieder modernere Musikströmungen in ihre Kompositionen einzubauen versuchten, blieb der Ensembleleiter seinem Konzept treu. Das Repertoire der Gruppe erstreckt sich von ostjüdischen Volkstraditionen bis hin zu Hochzeits- und Festliedern. Unterstützung erhalten Leon Pollak und seine Mitmusiker von Tini Kainrath. Die Wienerin zählt ohne Zweifel zu den vielseitigsten Sängerinnen, die das Land im Moment zu bieten hat. Sie ist gleichermaßen im Soul, Blues, Wiener Lied, Gospel, Jazz, Rock und Pop beheimatet. In ihrer Karriere hat die Sängerin bereits mit The Rounder Girls, Joe Zawinul, Gloria Gaynor, Wolfgang Ambros, Harry Stojka und vielen anderen zusammengearbeitet und ist auch in Film und Fernsehen präsent.

Mit dem Konzert der in Slowenien geborene Sängerin, Komponistin und Flötistin Maja Osojnik am 26. Jänner geht die diesjährige Konzertreihe schließlich zu Ende. Die Künstlerin ist ein Freigeist, wie er im Buche steht. So richtig in eine Kategorie einordnen lässt sie sich bewusst nicht. Dafür tanzt sie eindeutig auf zu vielen Hochzeiten. So fühlt sich Osojnik in den Bereichen Jazz, in der Elektronik sowie in der zeitgenössischen Musik beheimatet, liebt es aber ebenso zu improvisieren. Ziel ihrer Arbeit ist es, festgesetzte Grenzen zu durchbrechen und neue Möglichkeiten zur Erschaffung von Musik zu finden. So verfährt die Musikerin auch an diesem Konzertabend, in dem sie sich ganz dem traditionellen Volksliedgut ihrer Heimat Slowenien verschrieben hat. Maja Osojnik überarbeitet die traditionellen Stücke und führt sie so einer neuen, bisher noch nicht dargebrachten Interpretation zu. Beim Konzert mit Osojnik auf der Bühne stehen Musiker der Jazzwerkstatt Wien, der Komponist und Musiker Karl Stirner sowie der Elektroniker dieb13.(mt)
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