Die Wiener Band FAINSCHMITZ meldet sich mit ihrem neuen Album „Fainschmitz begins again“ (Flusen Records / Recordjet // VÖ: 20.06.2025) nach einer musikalischen Pause zurück. Wie der Albumtitel bereits verrät, hat sich die Band musikalisch neu orientiert und zeigt eine weitere Facette ihrer musikalischen Bandbreite.
Seit 2016 macht Fainschmitz gemeinsam Musik und hat bisher die beiden Alben „Fainschmitz begins“ (2018) und „The Fainschmitz Rises“ (2021) veröffentlicht. Nach einer kurzen Pause ist die Entscheidung gefallen, die musikalische Richtung der Gruppe neu zu definieren. Manifestiert hat sich dieser neue Stil im neuen Album „Fainschmitz begins again“. Der neue Sound ist zurückhaltender und repetitiver, gleichzeitig aber dadurch auch sehr tanzbar und eingängig. In elf Liedern haben die vier Musiker ihren Stil gefestigt und gleichzeitig auch aus verschiedenen Perspektiven präsentiert. Instrumental hat sich einiges getan: Hinzugekommen ist ein reduziertes Schlagzeug-Set, die Gitarre wurde durch ein Banjo ersetzt und Posaunen ergänzt. Rhythmisch folgt die Band Off-Beats und lässt häufig sanfte Melodien den Weg des Liedes bestimmen. Immer wieder kommen Sprachfetzen vor, die durch ein Megafon aufgenommen wurden. Das Album lädt nicht nur klanglich auf eine Reise ein, sondern auch aufgrund der mehrsprachigen Songtitel. Deutsche, englische und japanische Titel finden sich auf dem Album wieder.
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Den Anfang auf „Fainschmitz begins again“ macht die Nummer „Fegen“. Sie leitet sanft in die neue Klangwelt der Band ein. Ein gesetzter Rhythmus und unaufgeregte Bläsersätze unterstreichen die repetitive Aufgabe des Fegens, das klanglich durch eine kratzige Snare abgebildet wird. „Aui Oi“ ist eine tanzbare und gleichzeitig relativ langsame Nummer, die sich durch dichte Soundwalls und dynamische Beats auszeichnet. Ein besonderes Highlight ist das Klavierspiel gegen Ende, das eine komplett neue Klangfarbe in das Lied einbettet und ein Spannungsfeld zwischen Bläser- und Tasteninstrument öffnet. In „How to Floss“ lassen sich rhythmische Spuren von Reggae erahnen. Kombiniert mit den direkten, dichten Bläsersätzen entsteht eine interessante Mischung, die den Sommer herbeiholt, gleichzeitig aber auch einen Hauch von Mysterium transportiert. Mit „U6“ hat Fainschmitz jener U-Bahn-Linie ein Denkmal gesetzt, die wohl den schlechtesten Ruf in Wien hat. Die Stimmung der U6 wird auf eindrucksvolle Weise eingefangen. Es ist gleichzeitig jene Nummer, die als einzige einen durchgehenden Text besitzt und dadurch noch stärkere Bilder im Kopf erzeugt. Ein ruhiges Ende findet das Album mit dem Song „Lied vom Sand“. Weite, sanfte Klangdünen bauen sich darin auf und runden das Album schön ab.
Mit „Fainschmitz begins again“ öffnet Fainschmitz ein neues Kapitel ihres musikalischen Weges. Dabei haben sie aber keineswegs ihre gewohnte Qualität abgelegt. Es ist ein erfrischender, neuer Wind und lässt gespannt darauf warten, wohin der Weg von Fainschmitz weitergeht.
Ylva Hintersteiner
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