Vom 29. bis 31. Mai veranstaltet die Akademie der bildenden Künste in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Filmmuseum das Symposium “Eine Utopie des Sounds”. Neben den zahlreichen Vorträgen stehen vor allem Filmvorführungen und musikalische Performances auf dem Programm. Veranstaltungsorte sind das Filmmuseum, sowie die Akademie am Schillerplatz bzw. das Semperdepot.
In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat die kulturelle Sensibilisierung für Sound, Geräusch und Klang einen bemerkenswerten Boom erlebt. So wurde in der Bildenden Kunst – im Zuge einer Konjunktur intermedialer Installationen – die Frage nach dem Raum immer häufiger anhand von Klangexperimenten bearbeitet. Soundprogramme des Computer-Alltags orientieren sich an Bildbearbeitungssoftware und begünstigen Soundproduktionen von visuellen Gestaltern.
Popmusik hat ihr spezifisches Verhältnis zu Sound als primären Materialbezug erkannt und ins Zentrum selbstreflexiver Projekte gestellt. Das Alltagsleben ist durch Klingeltöne, Handymusik, Corporate Sound Design oder Klanginstallationen im öffentlichen Raum zu einem Schauplatz ständiger sonischer Semiosen geworden.
Auch im Film wurde das Eigenleben der Soundspur in den letzten Jahren immer deutlicher herausgearbeitet – z.B. durch eine Gestaltung von Geräuschen und Klängen, die dem Tempo des Geschehens oder der Montage zuwiderläuft, oder durch die Orientierung an existierender Musik, an kulturellen Resonanzen jenseits der Immanenz des Films. Das Symposium will angesichts dieses “Sonic Boom” eine kritische und antagonistische Diskussion eröffnen. Zur Debatte stehen die ästhetisch-politischen und utopischen Gehalte zweier zentraler Qualitäten von Sound: Unmittelbarkeit und Ungleichzeitigkeit. (Diedrich Diederichsen, Constanze Ruhm/Pressetext)
Foto Welcome to L.A.: Alan Rudolph, 1976
Österreichisches Filmuseum
Akademie der Bildenden Künste
Utopia Of Sound

