Edwin Baumgartner zu Julia Purginas LeserInnenbrief und Unterschriftenaktion

Der Journalist und Komponist Edwin Baumgartner gibt Antwort auf den auch auf mica – music austria veröffentlichten LeserInnenbrief von Julia Purgina, den sie aus Anlass seines am 28.4.2014 in der Wiener Zeitung erschienenen Artikels “Quoten für Komponistinnen” verfasst hat.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Frau MMag. Purgina hat der Redaktion der „Wiener Zeitung“ einen Leserbrief gegen einen Artikel von mir übermittelt, der, Frau Purgina inklusive, 162 Unterschriften trägt. Für den Aufruf zum Unterschreiben von Frau Purginas Attacke auf mich stellte sich das mica zur Verfügung.

Wenn sich die Basis von Music Austria nicht in den letzten Monaten grundlegend von der einer  unparteiischen Informationspolitik und des Propagierens der Neuen Musik Österreichs ganz allgemein zu jener einer Plattform für individuelle Anliegen bis hin zum Austragen persönlicher Animositäten gewandelt hat, hat Music Austria meiner Meinung nach das Gebot der Neutralität  verletzt.

Da 162 Personen der Auffassung sind, dass dies zurecht geschehen ist, sozusagen nur, um mich in meine Schranken zu weisen, und Music Austria möglichen Gegenstimmen keinen Raum geboten hat, teile ich Ihnen mit, dass ich persönlich (also nicht die „Wiener Zeitung“ in ihrer Gesamtheit) jegliche publizistische und propagierende Aktivitäten zeitgenössische österreichische Musik betreffend ab sofort einstelle. Ein erstes Opfer davon ist der für die morgige Samstag-Ausgabe geplante Kommentar zur schlechten finanziellen Lage der auf zeitgenössische Musik spezialisierten österreichischen Ensembles.

Ich hoffe, dass Sie die Einstellung dieser Aktivitäten als Erfolg für die österreichischen Komponistinnen und Komponisten verbuchen können, dass dies also ganz in Ihrem Sinn sowie in jenem von Frau Purgina und den Unterzeichnern ist.

Ich ersuche Sie mit höflichem Nachdruck, diese Mitteilung unter dem Gebot der Objektivität ebenso zu veröffentlichen, wie Sie es mit Frau Purginas Attacke gemacht haben.

Mit Grüßen Edwin Baumgartner

Foto © Edwin Baumgartner