Dorit Chrysler, die ihrer Heimatstadt Graz vor 17 Jahren den Rücken gekehrt hat, um in New York ihr Glück zu versuchen, verzaubert mit den Klängen ihres Theremins inzwischen auch weltweit die großen Konzerthallen. Hin und wieder findet die ungemein facettenreiche Künstlerin aber auch Zeit, das Wiener Publikum mit ihrer Musik zu beglücken. So auch am 20. Dezember, wo sie im Wiener Gürtellokal rhiz einmal mehr eine Kostprobe ihres Schaffens zum Besten gibt.
Für Dorit Chrysler ist Stillstand ein Fremdwort. Vielmehr gehört die gebürtige Grazerin jener Gattung von MusikerInnen an, die ihr kreatives Schaffen über die ständige Erweiterung der eigenen Grenzen immer wieder definieren. Egal ob Rock, Jazz, Elektronik oder zeitgenössische Musik, es gibt kaum ein Genre, in dem die überaus facettenreiche Musikerin nicht schon ihre Sporen hinterlassen hätte.
Die Liste der Leute mit der Dorit Chrysler in ihrer bisherigen Karriere bereits zusammengearbeitet hat, liest sich wie das “who is who” der modernen Musikszene. So ist sie etwa bereits mit Dinosaur Jr., Blonde, Redhead, Marilyn Manson, Mercury Rev, Oingo Boingo oder Echo and the Bunnymen auf der Bühne gestanden. Zudem unterstützte die gebürtige Grazerin Größen wie Elliot Sharp, Matt Johnson von The The, Larry 7, Foetus oder Ultra Vivid Scene im Studio. Es gibt nicht wirklich viele heimische MusikerInnen, die eine solch beachtliche wie auch erfolgreiche Biographie vorweisen können.
Das 2004 veröffentlichte und ausgezeichnete Debüt “Best of Dorit Chrysler” stellte nicht nur ein musikalisches Highlight dar, sondern überraschte auch durch eine vermeintlich gewagte Instrumentierung. Im Theremin hat Dorit Chrysler, wie es scheint, ihr ideales musikalisches Ausdrucksmittel gefunden. Dieser unberührbare und geisterhaft anmutende Klangkörper lässt solch eigene Sounds entstehen, die in dieser Form von keinem Synthesizer zu erzeugen wären. Dazu gesellt sich ihre außergewöhnliche und ausdruckstarke Stimme, die zu den eher weichen und verträumten Klängen des Instruments den idealen Kontrastpunkt bildet.
Ein Konzert von Chrysler entwickelt sich immer wieder zu einem wunderbaren Hörerlebnis. Ihre Kompositionen erzeugen eine unglaublich dichte Atmosphäre, die das Publikum vom ersten Moment an in eine fremde Klangwelt entschweben lässt. Jene, die bis jetzt noch nicht in den Genuss gekommen sind, sie live gesehen zu haben, sollten sich die Gelegenheit auf keinen Fall entgehen lassen. Michael Ternai
Foto Dorith Chrysler 1: Miriam Dalsgaard
Foto Dorith Chrysler 2: Scott Irvin

