Das diesjährige Donaufestival in Krems geht in seine zweite Runde und hat noch einige Höhepunkte zu bieten. Erneut bilden Performance-Kunst und Musik den Schwerpunkt der künstlerischen Darbietungen. Die Aufführungen des vergangenen Wochenendes haben deutlich gezeigt, dass der programmatische Titel “Angst, Obsession, Beauty” mehr als nur treffend gewählt wurde.
Schon der erste Teil des Festivals überzeugte mit etlichen überaus beeindruckenden Performances und exzellenten Konzerten. Auch an den kommenden Tagen stehen einige wirklich außergewöhnliche Veranstaltungen auf dem Programm. Eröffnet wird der Reigen am 30. April von den legendären Die Goldenen Zitronen in der Minoritenkirche. Unterstützung erhalten sie von der deutschen Schauspielerin Irm Hermann. Ziel dieses Projektes ist es, einen Bruch der herkömmlichen Aufführungsmethoden herbeizuführen. Besonders freuen darf sich das Publikum auf das Konzert von Ursula Rucker, die im Rahmen des Festivals bereits zum zweiten Mal zu sehen sein wird. Gemeinsam mit dem österreichischen Impro-Experimental-Duo Schnee geht die Amerikanerin auf die akustische Suche nach den “kleinen” Ängsten des Alltags. Am selben Abend folgt ein Wiedersehen mit einer der spannendsten Band der letzten Jahre. Xiu Xiu klingen so eigenständig und einzigartig, dass ihre experimentelle Musik kaum Vergleiche zulässt. Nicht weniger interessant dürfte sich auch der Auftritt der Rockformation Tortoise gestalten. Seit fast zwei Dekaden definieren die Herrschaften aus Chicago den Begriff des Post-Rock neu. Weitere Höhepunkte bilden die Shows von Health, Aids Wolf und The Go! Team.
Am Abschlusstag scharen sich führende Vertreter der heimischen Experimental- und Elektronik-Szene, wie Bernhard Fleischmann, Paul King, Burkhard Stangl, Werner und Martin Siewert Daffeldecker um den Sänger Christof Kurzmann. Auf dem Programm dieser österreichischen Allstar-Band mit dem Namen The Year Of steht herrlich herzzerreißend schöner Pop. Ebenfalls einen Besuch wert ist der Auftritt von Magik Markers. Das Schlagzeug/Gitarre Duo von Elisa Ambrogio und Pete Nolan ist von seinem ursprünglichen Ziel, Musik ganz ohne Melodien zu machen abgekommen und versucht neuerdings etwas Struktur in die Songs hinein zu bekommen. Damit ist dann auch schon Schluss. Was bleibt ist, neben der Erkenntnis, dass es immer noch möglich ist, wirklich innovative Festivals zu veranstalten, die Freude auf das nächste Jahr. (mt)
Foto Schnee: www.medioamedio.cl
Foto Ursula Rucker: Steve Belkowitz
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