Dima BraunE – „Glücklich in Blau“

Mit seinem Solo-Debüt „Glücklich in Blau“, das am 24. April 2026 über Feber Wolle Records erscheint, emanzipiert sich Dima Braune endgültig von seiner Rolle als Songwriter-Kopf der Wiener Band Grant. Produziert von Patrick Tilg, markiert das Album den Aufbruch eines „verquerten Chansonniers“, der den glatten Algorithmen der modernen Musikwelt den Rücken kehrt. Braune setzt auf die Poesie des Kaputten und findet seine Inspiration in der unschönen Schönheit von Frühstückspensionen und den Realitäten des Alltags.

Musikalisch präsentiert sich das Werk als ein spannender Mischmasch, der durch eine skurrile Aufgewecktheit besticht. Trotz der teils schweren Themen strahlt der Gitarrensound eine fast schon paradoxe, aufmunternde Stimmung aus. Die Dynamik des Albums ist dabei bemerkenswert abwechslungsreich: Während einige Tracks in poppig-positiven Sphären schweben, ziehen andere die Hörenden in tranceähnliche Zustände. Diese klangliche Vielfalt bildet das Fundament für Braunes eigene Texte.

Der rote Faden, der „Glücklich in Blau“ zusammenhält, ist ein tief sitzender Sarkasmus gepaart mit scharfsinniger Gesellschaftskritik. Braune fungiert als Beobachter am Boden, während die Eliten der Welt in Richtung Mars abheben. Er stellt die Schuldfrage des Neoliberalismus ohne moralischen Zeigefinger, dafür mit der Absurdität von Monty Python. Besonders deutlich wird dies im Song „Du bist schuld“, in dem er eine Reihe an unfairer Szenarien in den Raum wirft und die Schuldzuweisung ad absurdum führt. Dies ist ein radikal ehrlicher Blick auf zwischenmenschliche und gesellschaftliche Gewohnheiten.

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Inhaltlich schreckt Braune vor keinem Tabu zurück und adressiert im Song „Kulturadel“ mit der Zeile „Mach alles mit Musik, außer Musik“ die prekäre finanzielle Realität der Branche. Auch existenzielle Themen finden ihren Platz: Im Titeltrack „Glücklich in Blau“ setzt er sich mit einer völlig neuen Perspektive auf den Tod auseinander. Es ist diese Mischung aus tiefgründiger Schwere und ironischer Leichtigkeit, die das Album so unkonventionell macht.

Letztlich ist „Glücklich in Blau“ eine dringliche Einladung, das Schöne im Unperfekten neu zu entdecken.

Marisa Carvalho De Matos

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Dima Braune (Bandcamp)
Dima Braune (YouTube)
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