
Dass die Klagenfurter Formation Naked Lunch es vortrefflich versteht, filmische Bilder und Szenen durch ihre Musik atmosphärisch wie emotional aufzuladen und zu verdichten, weiß man spätestens seit Thomas Woschitzs von allen Seiten hochgelobten Film “Universalove”. Daher war die Arbeit an dem von Regisseur Bernd Liepold-Mosser inszenierten und auf Franz Kafkas Romanfragment “Amerika” basierenden gleichnamigen Theaterstück (unter anderem Mit Robert Stadlober in der Hauptrolle) für den Kärntner Vierer auch nicht wirklich etwas Neues.
Oliver Welter (Gesang, Gitarre), Stefan Deisenberger (Electronics, diverse Instrumente), Herwig Zamernik (Bass, Gitarre) und Alexander Jezdinsky (Schlagzeug) beschränkten sich in ihrer Arbeit auch diesmal nicht bloß alleine darauf, einfach Songs abzuliefern, mit denen der Regisseur nach eigenem Gutdünken verfahren konnte. Nein, vielmehr war es den vier Musikern tatsächlich ein Anliegen, sich intensiv mit der Materie auseinanderzusetzten, um auf diesem Wege einen bedeutenden Anteil am Entstehen des Gesamtkunstwerkes zu haben.
Jurybegründung
Es ist kaum möglich, die überwältigende Dimension von Bernd Liepold-Mossers Inszenierung seiner Adaption von Franz Kafkas Romanfragment “Amerika” mit der Musik von Naked Lunch kurz zusammen zu fassen. Dennoch ein weiterer Versuch: Es handelt sich einfach um faszinierende Zauberstunden des Theaters, hergestellt von allen Beteiligten, Regie, Bühne, Kostüme, Musik, den Schauspielern, dem Damenchor und denen hinter den Kulissen.
http://www.nakedlunch.de/