
Die Sammlung von Orchesterminiaturen war ab Oktober 2009 in Ö1 zu hören und war Teil des Fernsehbeitrages zu 40 Jahre RSO Wien “Radioaktiv”, nunmehr krönender Abschluss dieser Saison. Noch nie gab es eine derart umfassende Sammlung österreichischer komponierender Stimmen von A bis Z, von Peter Ablinger bis Mia Zabelka, für einen Klangkörper dieser Größenordnung. Dirigent des dramaturgisch klug und kreuz und quer zusammengestellten Abends (mit 55 Kompositionen in fünf „Blöcken“) war Gottfried Rabl. Es begann mit dem Tarzanschrei für das RSO Wien. Gottfried Rabl (siehe auch mica-Interview) hat das Projekt über die Saison hinweg betreut und mit viel Vorbereitungs- und Hintergrundarbeit ermöglicht. Ihm zur Seite hatte die Aufnahmeleitung Erich Hofmann inne, das Notenarchiv wurde und wird betreut von Winnie Hörl und Hannes Heher.

Christian Scheib (auch mit ihm gibt es ein mica-Interview) hatte schon erzählt, dass man einen unerwartet großen ,Response’ erhalten hat, es sind mehr Stücke eingelangt, als man geglaubt hat. Alle haben sich gemeldet- jaja, schreib’ ich was, mach’ ich was.

Christian Scheib im Booklet dieser ersten CD “40 Jahre ORF Radio Symphonieorchester Wien”: „Das Radio Symphonieorchester hat sich seit seiner Gründung den Erkundungen der jeweilige Gegenwart und einer möglichen Zukunft verschreiben, Auch anlässlich des Jubiläums inszeniert es Ausblicke in eine der Kunst der Gegenwart angelegte Zukunft. Das RSO Wien tut dies mit einem glitzernden Mosaik aus Orchesterminiaturen von österreichischen Komponistinnen und Komponisten (…) Fragmente aus früheren Aufbrüchen treffen auf neue komponierte Gegenwartskonzentrate ebenso wie auf Versuche zu Klängen aus der Zukunft: Dieses Panoptikum – im alten Sinn des Wortes eben eine Sammlung von seltsamen, aber bemerkenswerten Petitessen. Noch nie hat es eine derart umfassende, bunte und heterogene Sammlung österreichischer Stimmen des Zeitgenössischen für einen Klangkörper von dieser Größenordnung gegeben. Und dennoch war das erst der Beginn dieses Projekts: das RSO Wien wird in seiner Jubiläumssaison viele weitere Miniaturenproduktionen einspielen und präsentieren.“

Sie können ja Zuordnungen versuchen, was von wem war und ist: Da gab es wie gesagt vom RSO gespielte Tarzanschreie, Jingle(s), Happy Returns, bloß ein Ende [noch lange nicht], Farbspiele, Klippen, little dream machines, Mouthpieces, Superschwärmen, Klangsplitter, Undinen, Morganas, was aus der Symphonie Nr.9 (Die Ägyptische), instant music, ein Steckenpferd, Sirius, in nuce, Pulsen, Monadologien, Frakturen, 40 gezählte Paukenschläge in 40 Sekunden, entwendete Taler, Wanderer, eine Symphonia hat einer geschrieben, Taktfrequenzen, Frakturen, Eresos, Verdammnis für jeden, der dieses Orchester auflöst, ein Konzeptstück Nr. 40, eine Phantasie über mich, mögen Sie meinen Stock oder mein Kapital jetzt?, noch eine Symphonie (Nr) 3000 in C-Dur, Moloche, glühende Sterne, Handyklingeln namens RING, ein liebliches Monsterchen von einem Monster, Gegenwartsplitter, den letzten (?) Abschied von Tschernobyl, das Trommelorchester X, gestreutes Licht an den bebenden Rändern, ein Stück LAND und seine Hymne, ein Überraschungsküchlein, veRSO (was das wieder für eine Richtung sein soll), Ausschnitte aus Multiphonien, Radio-Symphonie-Orchester-Stücke, ein Vorspiel mit c, eine Ecke aus einem Polygon, tja, und Herrn Supermann aus Frankenstein. Alles klar? – Wer alle auf einmal errät ohne nachzuschauen, erhält einen warmen Eislutschker!

Hier alle bisher publizierten Kompositionen der Miniaturen von A bis Z
A
Peter Ablinger, Klaus Ager, Oskar Aichinger, Luna Alcalay, alien productions, Michael Amann, Thomas Amann, Peter Androsch
B
Rainer Bischof, Francis Burt
C
Christoph Cech, Friedrich Cerha, Chaya Czernowin
D
Dirk D’Ase, Renald Deppe, Christian Diendorfer, Christof Dienz, Johanna Doderer, Richard Dünser
E
Paul Engel, Iván Eröd, Karlheinz Essl
F
Christian Fennesz, Roland Freisitzer, Reinhard Fuchs, Beat Furrer, Paul Walter Fürst
G
Clemens Gadenstätter, Bernhard Gander, Heinrich Gattermeyer, Erin Gee, Heinz Karl Gruber
H
Georg Friedrich Haas, Elisabeth Harnik, Hannes Heher, Thomas Heinisch, Paul Hertel
J
Peter Jakober, Robert Jelinek, Rudolf Jungwirth
K
Alexandra Karastoyanova-Hermentin, Dieter Kaufmann, Manuela Kerer, Katharina Klement,
Franz Koglmann, Matthias Kranebitter, Johannes Kretz, Gerd Kühr
L
Bernhard Lang, Klaus Lang, Thomas Larcher, Herbert Lauermann, Martin Lichtfuss, Wolfgang Liebhart
M
Radu Malfatti, Wolfgang Mitterer, Christian Mühlbacher, Christian Muthspiel, Bertl Mütter
N
Gösta Neuwirth, Olga Neuwirth, Hermann Nitsch, Georg Nussbaumer
O
Christian Ofenbauer, Maja Osojnik
P
Thomas Pernes, Alfred Peschek, Gabriele Proy, Julia Purgina,
R
Michael Radanovics, Werner Raditschnig, Konrad Rennert, Gerald Resch, Hans-Joachim Roedelius, Gerhard Rühm
S
Jorge Sanchez-Chiong, Axel Seidelmann, Elisabeth Schimana, Thomas Daniel Schlee, Wolfgang Schlögl, Gunter Schneider, Kurt Schwertsik, Wolfgang Seierl, Shih, Andrea Sodomka, René Staar, Burkhard Stangl, Alexander Stankovski, Johannes Maria Staud, Bruno Strobl, Balduin Sulzer, Wolfgang Suppan
T
German Toro-Peréz
U
Erich Urbanner
V
Nancy Van de Vate
W
Alexander Wagendristel, Wolfram Wagner, Herbert Willi, Gerhard E. Winkler, Manon-Liu Winter, Joanna Wozny
Z
Mia Zabelka
Vorschau auf Konzerte und Opernaufführungen des RSO Wien im Sommer und 2010/11:
Anscheinend kennt das RSO keine große Sommerpause. Bereits am 15. Juli bestreitet es im Theater an der Wien bis zum 8. August unter dem designierten Chefdirigenten Cornelius Meister 10 Vorstellungen der neuen „Fledermaus“ von Johann Strauß im Theater an der Wien, am 24.7. auch ein Benefizkonzert im Odeon anlässlich der Aids Konferenz, auf dem Programm „Hommage à Klaus Nomi“ (Songs für Countertenor 1998) von Olga Neuwirth, mit Jochen Kowalski. Im RadioKulturhaus dann FM4 Radio Session mit Kinderzimmer Productions unter Gottfried Rabl (6. und 7.8.), sowie bei den Salzburger Festspielen Honeggers „Jeanne d´Arc au Bûcher“in der Felsenreitschule (12.8.)
Im Theater an der Wien 2010/11 R. Strauss – Ariadne auf Naxos (Inszenierung Harry Kupfer) im Oktober unter de Billy sowie das Songspiel „Mahagonny“ und „Die sieben Todsünden“ von Kurt Weill (Dirgent. Walter Kobéra), im April wiederum unter de Billy Poulenc’ „Dialogues des Carmélites“ (Inszenierung Robert Carsen).
Wiener Konzerthaus:
29.10.2010
Wien Modern
J. M. Staud EA | G. F. Haas EA | M. Andre EA
M. Weiss
P. Eötvös
10.12.2010
L. Janáček | F. Chopin | J. Wozny UA | B. Martinů
R. Blechacz | C. Meister
Fr, 28. Jänner 2011
S. Rachmaninow | O. Respighi | I. Strawinsky
A. Volodin | X. Zhang
So, 20. Februar 2011
S. Prokofjew – Romeo und Julia
Per Poc | M. Glaenzel | G. Rabl
Fr, 25. Februar 2011
L. Alcalay | K. Saariaho EA | F. Liszt
K. Kriikku | Wr. Singakademie | C. Meister
Fr, 25. März 2011
Siegerwerk des ÖKB-Kompositionswettwerbs UA | E. Bloch | G. Mahler
H. Schiff | C. Meister
Fr, 06. Mai 2011
S. Barber – Vanessa
Ch. Barker | K. Goeldner | R. MacPherson | J. Castle | J. Mannov | | Wr. Singakademie
C. Meister
Do, 09. Juni 2011
R. Wagner | B. Britten | J. Harvey EA | Z. Kodály
M. Padmore | R. Vlatkovic | P. Eötvös
Musikverein
Do, 21. Oktober 2010
E. Wellesz | HK Gruber | B. Bartók
M. Grubinger | C. Meister
Fr, 26. November 2010
R. Bischof UA | G. von Einem | D. Schostakowitsch
K. Lifschitz | C. Meister
So, 16. Jänner 2011
O. Messiaen | D. Schostakowitsch
A. Kotscherga | Wr. Singverein | I. Metzmacher
Fr, 04. März 2011
Z. Kodály | P. Eötvös | G. Kurtág EA | B. Bartók
N. Zagorinskaya | C. Widmann | P. Eötvös
Mo, 04. April 2011
J. Jongen | L. Janáček
L. Orgonášová | I. Vermillion | M. Schade | R. Holl | O. Latry
Wr. Singverein | C. Meister