DESTROYED BUT NOT DEFEATED – „Now For The Encore“

Ein spannender und sehr abwechslungsreicher Alternative Rock mit eigener Note – genau ein solcher steht auf dem zweiten Album „Now For The Encore“ (Wohnzimmer Records) der Wiener Combo DESTROYED BUT NOT DEFEATED auf dem Programm.

Es hat sich bei Destroyed But Not Defeated seit dem 2012er-Debüt einiges getan. Vor allem die Heimkehr des Gründungsmitglieds Ian Miller in seine Heimat, die USA, dürfte für den aus Lelo Brossmann (Gitarre, Bass, Gesang) und Markus Reiter (Bass, Gitarre, Gesang) bestehenden Rest der Band etwas schwerer zu verkraften gewesen sein. Den Platz des Amerikaners hinter dem Schlagzeug hat auf jeden Fall nun Clemens Franke übernommen. Doch wie sieht es musikalisch aus? Welche Auswirkung zeigt der Wechsel auf den Stil des neu geformten Trios? Nun, nach erstmaligem Durchhören von „Now For The Encore“ darf man erleichtert sagen, dass sich nicht allzu viel verändert hat. Immer noch ist es der Alternative Rock mit starker Tendenz zum Sound der Neunzigerjahre zwischen Hüsker Dü, Dinosaur Jr. und Weezer, der den Ton angibt. Sprich: Die Lautstärkeregler der Boxen, an welche die Gitarren und der Bass angeschlossen sind, dürfen auch weiterhin schon einmal bis zum Anschlag aufgedreht sein und das Schlagzeugspiel zeitweise doch mehr als gewohnt vorantreiben.

Starkes und abwechslungsreiches Songwriting

Und doch, obwohl die musikalische Ausrichtung von Destroyed But Not Defeated relativ klar ausdefiniert scheint, gelingt es der Wiener Combo, eine große Vielfalt in die ganze Geschichte hineinzubringen. Denn genau so, wie das Pendel in einigen Songs in die laute und heftige Richtung ausschlägt, geht es in manchen Nummern in deutlich ruhigere und reduzierte Gefilde. Die Stärke des Dreiergespanns liegt eindeutig im songwriterischen Bereich. Lelo Brossmann und seine Kollegen scheinen ganz genau zu wissen, wie man aus einem Song das Maximum herausholt und ihn mit Spannung, Atmosphäre und Abwechslung auflädt. In der Stimmung zwischen lässig räudig und melancholisch verträumt hin und her pendelnd, hat sich Destroyed But Not Defeated eine Version des Alternative bzw. Indie-Rock verwirklicht, die erfreulicherweise mit einem Mehr an Eigenständigkeit punktet, als man es aus diesem musikalischen Sektor sonst zu hören bekommt.

Destroyed But Not Defeated erfinden auf „Now For The Encore“ das musikalische Rad zwar nicht neu, doch wie sie mit dem altbekannten Sound umgehen und diesen in eine neue und zeitgemäße Form pressen, darf durchaus als sehr originell und gelungen bezeichnet werden.

Michael Ternai

Foto Destroyed But Not Defeated © Niko Ostermann

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