
Debütalben verleiten oftmals dazu, das Können der Mitglieder auf so vielfältige Art und Weise wie möglich präsentieren zu wollen. Dabei können sich die verschiedenen Genres, Stimmen und Effekte in die Quere kommen. Oder aber sie harmonieren miteinander. Auf ihrem Debütalbum „Cornucopia“ bewegen sich die jungen MusikerInnen auf einem Mittelweg.
Auf ein Genre kann man sie nicht festlegen, und das möchten die vier Salzburger auch nicht. Es ist ein Crossover aus Trip-Hop, Rock, Alternative und Indie-Pop. Vor allem die rockigen Elemente stehen im Vordergrund. Das Spiel mit den Stilen klingt an manchen Stellen spielerisch einfach und an anderen ein wenig zu Erwachsen. Interessant, und positiv ist es, dass sie es schaffen die Genres in den einzelnen Songs auseinander zu halten.
Hervorzuheben ist auch die klare, gut ausbalancierte Produktion, da viele Songs sehr detailliert sind. Die Stimme der Frontfrau ist durchwegs gut rein gemischt, nur wirkt sie auf Kopfhörer um einiges lauter als durch Lautsprecher. Giovanna Fartacek ist mal Rockröhre, mal sanfte Sirene. Letzteres scheint ihr noch ein bisschen besser zu liegen, als die reifere Rockerin. Es ist ja nicht so, als wäre sie den Passagen stimmlich nicht gewachsen, im Gegenteil, die meistert auch schwere Stellen souverän. Vielmehr geht es um die Emotionen, die eher als imitiert rüberkommen.
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Natürlich ist das nicht auf dem ganzen Album so, vor allem der Opener „Synced“ und Track Numero 2 „Outlawed“ werden von ihrer Stimme getragen. Die zwei Trip-Hop inspirierten Songs basieren auf einem melancholischen Beat, elektronischen „Zischern“ und „Klopfern“ und Stimmeffekten- und sampling.
Auf „Synced“ wird Fartaceks Stimme durch Echos und Chorgesänge vervielfältigt um zu einem flüssigen Klangteppich verarbeitet zu werden. Effekte über der schwungvoll gezupften Gitarre geben den nötigen maritimen Touch, der wiederum durch Wellenrauschen verstärkt wird. „Synced“ erinnert an die sanftere Seite der amerikanischen Band Wye Oak.
„Outlawed“ ist wirklich ein gelungener Trip-Hop Track, der das Genre modern interpretiert. Hier stehen die Percussions auf vielfältige Weise im Vordergrund und sie werden immer wieder von rhythmischem Klatschen begleitet. Das Echo ihrer Stimme wiegt durch einen melancholischen Refrain, der zum Ende hin in einem dramatischen Klanggewirr mündet.
Diese zwei Tracks sind nicht nur die stärksten auf „Cornucopia“, sondern auch die, in denen das Potenzial der Band gebündelt wird. Das heißt nicht, dass die übrigen Tracks nicht hörenswert sind, aber es wäre wirklich schön ein Album voller Songs wie „Synced“ und „Outlawed“ zu hören.
Weitere „Hinhörer“ sind „Front Yard“ und „Never“. Das Bild, das bei ersterem im Kopf der HörerInnen erzeugt wird, zeigt eine nebeldurchströmte Nebengasse, wo man sich leicht verfolgt fühlt. Dieses paranoide Feeling wird durch das Echo von Fartaceks Stimme, und den repetitiven Zeilen erzeugt. Der Bass, und die Glockenspiel-artigen Töne vervollständigen die atmosphärische Szene. „Never“ ist eine melancholische Ballade, die vor allem durch die Klänge der elektroakustischen Gitarre hervorsticht, die ein wenig an die Lieder der Band Beach House erinnern.
Deadnote.Danse! vereinen auf ihrem Debüt nicht nur eine gute Produktion und die souveräne Stimme der Frontfrau, sondern auch individuelle Interpretationen von bekannten Genres. Auch wenn die rockigen Elemente noch nicht ganz so spielerisch wirken, wie die sanfteren Gefilde, ist „Cornucopia“ ein gelungenes Album.
Anne-Marie Darok
Foto: Leila Raffaela
Live-Termine:
09.05.13 – Fluc Wanne, Wien
10.05.13 – Rockhouse, Salzburg
13.05.13 – Weekender Club, Innsbruck
25.05.13 – Ann and Pat, Linz
01.06.13 – Bergwerk, Neusiedl
21.09.13 – Kulturhofkeller, Villach
http://www.deadnotedanse.com