
David Helbock war noch nie ein Musiker, der sich an irgendwelchen traditionellen stilistischen Begrifflichkeiten orientiert hat. Sich schon immer zu allen Seiten hin offen zeigend, hat sich der experimentierfreudige Vorarlberger über die Jahre seine ganz eigene Klangsprache geformt, eine, in der Spielformen aus den unterschiedlichsten Richtungen, angefangen beim Jazz über Folklore aus aller Welt bis hin zur Elektronik und kunstvollen Rockinterpretationen, auf wunderbare Weise zueinanderfinden. Stärker als bei anderen ist bei ihm der Wille ausgeprägt, mit seiner Musik zu berühren, mit ihr die Seele der Menschen anzusprechen. Und genau diesem eigenen Anspruch folgt auch seine neue CD „Purple“.
Wer erwartet, David Helbock begnüge auf seinem neuen Album alleine mit einer schlichten Übersetzung von den Prince-Songs in die Sprache des Jazz, der irrt. Denn, was der Vorarlberger fabriziert, offenbart sich als weit, weit mehr. Er verleiht den Originalen, wie etwa den Klassikern „Kiss“, “Diamonds and Pearls” oder „Purple Rain“, einen neuen Glanz, er hüllt sie in ein sehr persönliches und reduziert gehaltenes Klanggewand und legt auf diesem Wege ihren in der Tiefe liegenden Kern, ihre Essenz frei. Dezent, mit viel Fingerspitzengefühl und einer hörbaren Liebe zum Detail zu Werke gehend, löst der Pianist die Stücke aus ihrem ursprünglichen popmusikalischen Kontext heraus, befreit sie von allem opulenten Ballast und lässt sie in minimalistischer Form auf faszinierende Weise aufgehen. Davis Helbocks Neubearbeitungen fesseln und entfalten eine fast schon magische Anziehungskraft, der man sich nur schwer entziehen kann. Ein echtes Meisterstück. (mt)