
An den Schnittstellen zwischen den unterschiedlichen Stilrichtungen, Spielformen und -techniken agierend, ist es vor allem die Neugier nach dem Neuen, noch Unbekannten, nach bisher ungehörten Klängen und Ausdrucksformen, welche die MusikerInnen des 2003 gegründeten Low Frequency Orchestras dazu antreibt, sich immer wieder neuen künstlerischen Herausforderungen zu stellen. Primäres Ziel dieses außergewöhnlichen MusikerInnen-Kollektivs bestehend aus Angélica Castelló (Paetzold-Kontrabassblockflöte und Elektronik), Maja Osojnik (Paetzold-Kontrabassblockflöte und Elektronik), Thomas Grill (Digitale Klänge), Matija Schellander (Kontrabass) und Alfred Reiter (Klangregie) ist es, ihr Publikum dahingehend zu motivieren, mit traditionellen Hörgewohnheiten zu brechen, um sich auf diesem Wege für neue (elektro-) akustische Erfahrungen freizumachen.
Die Mitglieder dieses instrumental eher ungewöhnlich besetzten Ensembles entstammen allesamt aus unterschiedlichsten Stilrichtungen und Spielformen. Gemeinsam beschreitet man einen Pfad, der geradewegs in den Bereich zwischen zeitgenössischer improvisierter und notierter Musik führt, wobei das klangliche Ergebnis dieser Reise zu keinem Moment auch nur irgendwie vorhersagbar ist. So reicht das Spektrum des Dargebrachten von knappen Statements und sich schnell entwickelnden Geschichten bis hin zu statischen Klanglandschaften.
Unter diesem Gesichtspunkt ist auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit des Low Frequency Orchestras mit der Dichterin Anja Utler unter dem Titel „fest hier“ zu sehen, deren mehrstimmig-aufgebrochene Textgewebe jüngster Veröffentlichung „ausgeübt“ den Ausgangspunkt des spannenden Klangexperimentes bildet. Was zu erwarten ist, ist das kunstvolle Ineinandergreifen von Sprache und Musik, von Textfragmenten und Tönen aller Art, eine Vereinigung von Dichtkunst und Klangarbeit zu einem einzelnen lebendigen Kunstorganismus. (mt)