
Wie viele Bands und MusikerInnen gibt es, die sich in ihrem Schaffen allzu sehr von irgendwelchen modischen Strömungen oder Trends leiten lassen und in der Hoffnung, den Durchbruch mit einem massenkompatiblen Sound schaffen zu können, jede Eigenständigkeit aufgeben.
ColorReflection agieren erfreulicherweise nicht so. Melissa Hosler (Gesang), Mario Mrazek (Gesang), Julia Radschiner (Keyboards), Mike Seidl (Gitarre), Tee Jay (Bass) und Clemens Adlassnigg (Schlagzeug) bringen alles mit, was es zum Schreiben wirklich erstklassiger Nummern bedarf: viel Talent, überdurchschnittlich gute instrumentale Fähigkeiten, das Gespür für einprägsame Melodien mit hohem Wiedererkennungswert, das Wissen, diese auch in spannender wie auch mitreißender Form in Szene zu setzen, und den Willen, sich eben nicht im Zitieren oder Wiederholen bekannter Mainstreamformate zu verlieren. Was die Wiener Band entstehen lässt, sind höchst abwechslungsreiche und ungemein stimmungsvolle Songs, die genau all dies beinhalten und aufgrund ihrer eben nicht oberflächlichen Ausrichtung, alle Untiefen der Popularmusik im weiten Bogen zu umschiffen wissen.
Irgendwo zwischen den Polen Pop, Jazz und Soul wandelnd, entwerfen ColorReflection ihre ganz eigene und unverkennbare Klangsprache, in welcher sich Gefälligkeit und Anspruch auf ganz wunderbare Art ergänzen. Die insgesamt 14 ungemein stimmungsvollen Songs des Erstlingswerks besitzen allesamt Tiefgang und Charakter, sie zünden aufgrund ihrer dynamischen und zugleich sehr gefühlvollen Ausrichtung vom ersten Moment an und verlieren auch nach mehrmaligem Durchhören nichts von ihrer Anziehungskraft.
Es macht schlicht und einfach Spaß, den Stücken von ColorReflection zu lauschen, besitzen diese doch wirklich die Qualität, die man im gewöhnlichen Popbereich leider sonst nur noch selten zu Gehör bekommt. „Sun Meets Rain“ ist ein wirklich starkes und schönes Album, das Liebhaber anspruchsvoller und vielschichtiger Popklänge auf jeden Fall antesten sollten. (mt)