Der anscheinend nimmermüde und kreativ hochaktive aus Oberösterreich stammende Liedermacher MAX HAUER alias CLER treibt es gemeinsam mit seinem GRÄTZELORCHESTER musikalisch einmal mehr überaus bunt, und das mit den zwei neuen Alben „1+1=3“ und „Dunkelrotes Brot“ (Kofferradio; VÖ. 21.4.) gleich in doppelter Form.
Nun, eines lässt sich über diesen Musiker definitiv sagen, das Erfüllen von irgendwelchen Konventionen und das Festhalten an traditionellen Regeln sind nicht unbedingt sein Ding. CLER alias Max Hauer ist ein Freigeist, wie er im Buche steht, er macht musikalisch genau das, wozu er Lust hat bzw. wohin ihn seine überbordende Kreativität trägt. Quasi jedes seiner Alben zeigt ihn in einem anderen Licht und setzt andere aufregende musikalische Akzente. Man denke nur, an sein Album „Flanieren“ (2021) auf dem er sich urplötzlich dem großformatigen instrumentalen Klang zuwandte, um auf der nächsten Veröffentlichung „wos was i” (2022) wieder zum Song zurückzukehren. Beim gebürtigen Oberösterreicher weiß man eigentlich nie, was als nächstes kommt, einzig, dass es wieder Ungewöhnliches sein wird.
Und genauso tritt es nun auch ein. Mit dem Unterschied, dass es CLER es diesmal nicht nur bei einem Album belässt, sondern mit „1+1=3“ und „Dunkelrotes Brot“ gleich zwei neue Releases an den Start bringt. Und wie sollte es anders sein, bieten diese klanglich jeweils anderes.
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Auf „1+1=3“ zeigt CLER gemeinsam mit seinem mit Florian Sighartner (Geige) und Carles Muñoz Camarero (Cello), Emily Steward (Bratsche), Jakob Mayr (Posaune) und Marc Osterer (Trompete), Florian Fuss (Querflöte), Dominik Mayr (Bass) und Raphael Rameis (Schlagzeug) prominent wie hochkarätig besetzten Grätzelorchester seinen Hang zu einem eher tanzbaren und positiv gestimmten Sound, der wahnsinnig vielfältig aus den Boxen schallt und die wie immer eher nachdenklichen und kritischen deutschen Dialekttexte von CLER in ein einmal etwas anderes Klangkostüm hüllt. Es regieren funkige Beats, jazzig angehauchte Bläsersätzen und sehr stimmungsvolle Streicharrangements, die zusammen in wirklich mitreißenden und stilistisch vielfältigen Songs ihren Ausdruck finden und einfach Spaß machen.
Das Kontrastprogramm gibt es auf „Dunkelrotes Brot“. Hier sind es eher zurückhaltende, entschleunigte zugleich aber auch leicht swingende und jazzig angehauchte Elemente, die den Ton angeben und eine etwas melancholischeren Touch hineinbringen. Man bekommt Songs präsentiert, die mehr zum Zuhören und Reflektieren denn zum ausgelassenen Abfeiern einladen.
CLER unterstreicht mit den beiden Alben einmal mehr, dass er zu den vielfältigsten Liederschreibern des Landes zählt. Die Selbstverständlichkeit, mit der er sich zwischen den Stilen bewegt und aus den verschiedenen Elementen etwas wirklich Spannendes kreiert, das in den unterschiedlichsten musikalischen Kontexten bestens funktioniert, ist schon sehr bewundernswert. Fazit: Zwei – ganz unabhängig voneinander – wirklich starke Alben.
Michael Ternai
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