
Clara Luzia zählt zu jenen Musikerinnen, die keiner großen Worte bedarf, ihre Botschaft an die Öffentlichkeit zu tragen. Vielmehr lässt sie ihre Musik für sich sprechen, die weit mehr aussagt, als es vielleicht tausend Floskeln könnten. Am 28. Mai ist die talentierte Songwriterin wieder einmal im Linzer Kapu zu Gast. Eröffnet wird der Konzertabend von den nicht weniger talentierten Tschechen Sabot.
Bereits ihr Debüt-Album “Railroad Tracks” veranlasste die Kritiker des Landes zu wahren Jubelchören. Zeitgleich mit der Veröffentlichung dieser CD feierte auch das von der Musikerin gegründete Label Asinella Records seinen Einstand. Schon damals war klar, dass mit Clara Luzia eine überaus begabte und vielseitige Künstlerin am Werke ist. Ein Umstand, der schließlich auch durch das Nachfolgealbum “The Long Memory” nochmals eindrucksvoll bestätigt wurde. FM4 verlieh dem Werk den Titel “Album of the Week”, für “Profil” war es das “traurig-schönste Album des Frühjahrs”.
Gemeinsam mit ihrer inzwischen fünfköpfigen Band geht Clara Luzia mit sehr reduzierten Mitteln an die Sache heran. Sacht instrumentiert und ohne viel Effekthascherei entsteht eine ruhig-stimmungsvolle Welt aus Indie-Folk und Heimwerkerinnenpop. Die Melodien bleiben allesamt in den Gehörgängen des Publikums hängen. Die Texte der als eher schüchtern geltenden Sängerin sind durchwegs persönlich und erfahren durch ihre einfühlsame Stimme ein Maß an Intensität, wie man sie in der Popmusik schon lange nicht mehr gehört hat. Obwohl sich ein melancholischer Grundtenor wie roter Faden durch alle Songs zieht, wirken diese zu keiner Zeit schwerfällig, sondern enthalten immer wieder Momente, in denen auch gewisser Optimismus aufblitzt. Die außergewöhnlichen Songs schwingen mit einer seltsamen Leichtigkeit durch den Raum, der man sich nur schwer entziehen kann. Ein Konzert der Wienerin lässt wirklich niemanden kalt.
Michael Ternai
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