Christoph Moschberger & WDR Funkhausorchester – „songs & tales“

Christoph Moschberger zählt zu jenen Musikerpersönlichkeiten, die stilistische Grenzen weniger als Vorgaben denn als Möglichkeiten begreifen. Auf seinem gemeinsam mit dem WDR Funkhausorchester eingespielten Album „Songs & Tales“ zeigt der Trompeter eindrucksvoll, wie selbstverständlich sich unterschiedliche musikalische Traditionen zu einer eigenständigen künstlerischen Handschrift verbinden lassen. Zwischen Klassik, Jazz, Pop und orchestraler Programmmusik entfaltet sich ein Werk, das Vielfalt nicht ausstellt, sondern lebt.

Im Zentrum steht das Trompetenkonzert „Yggdrasil“ von Matthias Werner, mit dem Moschberger eine gemeinsame Federspiel-Geschichte teilt. Die Komposition entwickelt über ihre vier Sätze hinweg eine starke erzählerische Dynamik und eröffnet einen Klangraum, der die Fantasie der Hörenden beständig anregt. Moschbergers Trompete ist dabei weit mehr als nur ein Soloinstrument. Sie fungiert als Erzählstimme, die mit großer Virtuosität und spürbarer Ausdruckskraft durch das musikalische Geschehen führt. Die Musik erschließt sich unmittelbar, offenbart bei genauerem Hinhören aber auch zahlreiche Feinheiten. Immer wieder entstehen vor dem inneren Auge Szenen und Stimmungen, die den Eindruck einer imaginären Reise entstehen lassen.

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„Songs & Tales“ besitzt insgesamt einen ausgeprägt filmmusikalischen Charakter. Große orchestrale Gesten treffen auf intime, gefühlvoll reduzierte Momente. Schönheit, Dramatik und eine geheimnisvolle Note wechseln einander ab und sorgen für eine hohe dramaturgische Dichte. Das WDR Funkhausorchester verleiht der Musik dabei jene klangliche Größe, die viele der Stücke verlangen, ohne die vielen kleinen Details und Zwischentöne aus dem Blick zu verlieren.

Ergänzt wird das Konzert durch weitere Werke und Arrangements, die das stilistisch offene Konzept des Albums unterstreichen. Die Verbindung unterschiedlicher musikalischer Einflüsse wirkt dabei nie konstruiert, sondern ergibt sich organisch aus Moschbergers künstlerischem Zugang. Virtuosität zeigt sich hier nie als Selbstzweck, sondern steht stets im Dienst des Ausdrucks. So entsteht ein Album, das klanglich edel, atmosphärisch dicht und zugleich zugänglich wirkt.

„Songs & Tales“ nimmt seine Hörer mit auf eine abwechslungsreiche Reise, die mit starken Melodien, eindrucksvollen Arrangements und einem großen orchestralen Klangbild überzeugt.

Michael Ternai

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