BOLSCHOI BEAT – „Kosmonauten der Liebe“

Man kann bei dieser Band durchaus von einer Institution der Wiener Musikszene sprechen. Die seit 25 Jahren bestehende Combo BOLSCHOI BEAT, die niemals wirklich auf die Idee kam, musikalisch  leise zu treten, meldet sich nun in imposanter Manier mit einem neuen Album zurück. „Kosmonauten der Liebe“ heißt das gute Stück und zeigt die Wiener Truppe mit dem Hang nach links einmal mehr in beeindruckender Form.

Als ob die Zeit zwischen den Achtziger- und Neunzigerjahren richtiggehend stehen geblieben wäre. Nein, das musikalische Rad erfindet die Wiener Band Bolschoi Beat nicht. Aber warum sollte sie das auch tun? Man setzt auf das, was sich bewährt hat. Der erdige, deutschsprachige und mit Neue-Deutsche-Welle-, Pop- und Blues-Elementen angereicherte Rock, den Georg Siegl (Gesang, Gitarre), Erwin Schuh (Schlagzeug), Rudi Karazman (Saxofon) und Peter Vieweger (Gitarrist) – die vier Herren hinter der mittlerweile seit mehr als einem Vierteljahrhundert bestehenden Band – unverändert selbstbewusst zum Erklingen bringen, schallt alles andere als altbacken aus den Boxen und funktioniert nach wie vor exzellent. Ein angestrengtes Hinbiegen zu einem aktuell angesagten Sound würde der authentisch agierenden Combo ohnehin nicht wirklich anstehen.

Eine Band, die ihr Pulver noch lange nicht verschossen hat

Die Mitte der Achtziger gegründete Wiener Formation tut genau das, was sie seit jeher am besten kann, und zwar starke Nummern zu schreiben, die richtig schnell ins Ohr gehen und zu denen man noch dazu schön abtanzen kann. Und das, obwohl sich die Musik im Gesamten schon auch eines erfrischend unangepassten Charakters zeigt. Georg Siegl und seine „Kosmonauten der Liebe“ haben ihr rebellisches Pulver auch nach 25 Jahren nicht verschossen und spielen sich mit einer Energie und einer Portion Spielwitz durch die Nummern, dass es eine wahre Freude ist. Der Vierer liefert mit „Kosmonauten der Liebe“ den Beweis, dass nicht immer notwendigerweise die radikal neuen und modernen Pfade beschritten werden müssen, um gute Musik mit Gehalt und hohem Spaßfaktor auf den Weg zu bringen. Definitiv nicht nur etwas für NostalgikerInnen.

Michael Ternai

http://www.bolschoibeat.com/