Am 13. Juni diesen Jahres erschien das Debütalbum der Wiener Formation Black Box Radio. Die elf Songs auf “Underneath the Subsurface” spielte die fünfköpfige Band im Cosmix Studio von Conny Dix nahezu allesamt live ein. Gitarrist Joachim Viehböck und Sänger Johann Josef Grafenauer musizieren schon seit 2007 miteinander. Erst drei Jahre später stießen die übrigen Protagonisten (Gitarrist Thomas Springer, Bassist Coloman Deweis und Drummer Raphael Rameis) hinzu und komplettierten die heutige Besetzung. Mit seinem Erstlingswerk stellt das Quintett seine Affinität für unverblümten, straighten Indie Rock unter Beweis und überzeugt durch textlichen Tiefgang und musikalisch atmosphärische Vielfältigkeit.
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Während treibende, rockige Riffs durch so manche Strophe jagen, liefern melodisch ausgesprochen fein geflochtene Passagen ein vervollkommnendes Gegenstück, das den instrumentalen Charakter der jungen Band auszumachen scheint. Technisch überzeugen die Musiker durch ein punktgenaues und besonders feinfühliges Zusammenspiel, das insbesondere in den ruhigeren, melancholischen Abschnitten zum Vorschein kommt. Die Energie scheint unter den fünf Jungs einfach zu stimmen, was wohl auch auf die enge freundschaftliche Verbindung der Mitglieder zurückzuführen ist.
Auf sprachlicher Ebene tauchen neben den fast obligatorischen Liebesliedern größtenteils gesellschaftskritische Texte auf, die zum Nach- bzw. Umdenken aufrufen. Meist wird fast missionarisch auf Misstände und Fehlentwicklungen hingewiesen, erschaffen von den Mächten kapitalistischer Wirtschaftssysteme und der Elite. In einigen Nummern werden Weltuntergangsprophezeiungen rezitiert und katastrophale Zukunftsperspektiven vor Augen geführt, die keine gute Welt vorherzusagen vermögen. Textlich gibt es folglich Nichts zu lachen, was sich jedoch nicht auf die Tanzbarkeit und Eingängigkeit der Musik auswirkt, sondern vielmehr einen doppelten Boden schafft, eine Eben einzieht “Underneath the Subsurface”, um mit dem leichtfüssigen Charakter des klanglichen Treibens eine bestechende Dualität zu formieren.
Lucia Laggner
http://www.black-box-radio.com/