Ein Klang des Jazz, der sich auf erfrischende Art mit eigener Stimme in wunderbar vielfaltiger und zugänglicher Weise erzählt – genau so einen bekommt man auf „Almost“ dem neuen Album von BERNHARD LUDESCHER & LOKTOR geboten.
Dass der Pianist und Komponist Bernhard Ludescher nicht unbedingt zu der Art von Musiker:innen gehört, die sich in ihrem Schaffen in klar definierten musikalischen Grenzen der Tradition entlang bewegen, hat er bereits auf seinen früheren Veröffentlichungen mehrmals bewiesen. Dass er von diesem Ansatz weiterhin nicht gewillt ist abzurücken, zeigt er auf seinem neuen Album „Almost“.
Der in Berlin lebende Österreicher präsentiert gemeinsam mit seiner Band Loktor ein Jazzalbum, das vom Höreindruck her irgendwie nicht wirklich als ein solches daherkommt. Natürlich fehlt es in der Musik des Vierers nicht an den Elementen, die den modernen Jazz ausmachen. Bernhard Ludescher und seine Mitmusiker Omri Abramov (Saxofon), Francesco Beccaro (Bass) und Mathis Grossmann (Schlagzeug) wissen an ihren Instrumenten in hohem Maße zu überzeugen und, sie beherrschen in jedem Moment das blinde Zusammenspiel sowie das Experiment und scheuen auch nicht davor zurück, Brücken hin zu anderen Genres, wie etwa zum Progrock, zur Elektronischen Synthmusik der 1970er und 1980er Jahre oder zum Funk und Hip-Hop, zu schlagen.
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Egal, ob es jetzt eher geradliniger zur Sache geht oder anspruchsvollere Rhythmen, vertracktere Passagen und Improvisationen das Geschehen bestimmen, der von der Band zum Erklingen gebrachte Fusion-Sound ist permanent am Grooven, und das auf eine wirklich wunderbar vielfältige, spannungsgeladene und vor allem sehr zugängliche Art. Die Nummern lassen erfreulicherweise jede Sperrigkeit missen, sie erzählen sich über stimmungsvolle und gediegene Melodien und Harmonien, über nachvollziehbare Formen, die es ermöglichen, tief in die Musik einzutauchen und sich von ihr mittreiben zu lassen.
Bernhard Ludescher zeigt mit “Almost”, dass er es hervorragend versteht, den Klang des modernen Jazz in Schwingung zu versetzen und ihn fließen zu lassen. Gemeinsam mit seiner Band übersetzt er ihn in eine ganz eigene musikalische Sprache, in eine, die sich mehr über Gefühl und Stimmung ausdrückt als über einen hohen Grad an Komplexität. Ein wirklich schönes Hörerlebnis.
Michael Ternai
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Bernhard Ludescher
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