
Waren die Songs in der Vergangenheit, zumindest auf den letzten drei Alben, fast ausschließlich im reduzierten Akustikgewand gehalten, vollzieht der Liedermacher nun eine dezente Erweiterung des Gesamtsounds hin zu einem eher bandorientierten Format. Von irgendwelchen rockigen Anleihen immer noch weit entfernt, sind es besonders das sehr gefühlvolle Schlagzeugspiel und diverse andere instrumentale Zutaten, die der Musik des Liedermachers neue, bisher unbekannte Facetten verleihen. Laut wird es auch diesmal nicht, immer noch tönen die Nummern zerbrechlich und mit tiefster Emotionalität. Bernhard Eder führt in kleinen und behutsamen Schritten seine HörerInnen in eine sich atmosphärisch stetig verdichtende Klangwelt, die, je länger man sich ihr aussetzt, einen mehr und mehr in ihren Bann zieht.
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Auch weil der Songschreiber seinen Liedern diesmal die notwendige Zeit lässt, sich voll zu entfalten. Sich den üblichen Schema F Popsongformaten verweigernd, spielt sich der Wiener gemeinsam mit seiner Band durch längere und zart psychodelisch angehauchte Instrumentalpassgen durch, welche die melancholische Grundstimmung des gesamten Albums noch verstärken. Hin und wieder lassen sich aufgrund diverser eigenwilliger Akkordabfolgen und dem Gesang von Bernhard Eder musikalische Linien zu Radiohead in ihren ruhigen Momenten ziehen, was den Songs aber im Gesamtkontext wirklich gut ansteht.

Zusammenfassend kann man durchaus sagen, dass Bernhard Eder mit „Post Breakup Coffee“ sein bisheriges Meisterstück gelungen ist, erwächst es doch von Mal zu Mal zu einem wirklich fesselnden Hörerlebnis. Wer sich für anspruchsvolle und berührende Popmusik mit Tiefgang begeistern kann, sollte das neue Album auf alle Fälle einer intensiven Gehörprobe unterziehen. (mt)