Tage der Neuen Musik in Niederösterreich

Der Begriff “Neue Musik” ist inzwischen nicht mehr neu, sondern trägt eine – je nach Definition – etwa hundertjährige Geschichte mit sich. Gerade aber, um nach der Entwicklung gewisser Ausprägungen auch noch Neues schaffen zu können, bedarf es der Auseinandersetzung mit den eigenen Wurzeln, das wiederum erst dazu führen kann, in unbekanntes Terrain vorzudringen. Die Bereitschaft, sich auf dieses noch Fremde einzulassen, kann auch ein nicht kontrollierbares Spannungsfeld entstehen lassen, dessen Ziel nicht absehbar ist, so der Initiator Richard Graf. Im Wissen um das Bestehende Neues entstehen zu lassen, war der Grundgedanke, um den herum er die „Tage der Neuen Musik in Niederösterreich“ kreisen lässt, die zwischen 19. und 21. Oktober an der Donau-Universität Krems stattfinden.

Dabei wird „Neue Musik“ nicht innerhalb ihrer engen Grenzen betrachtet, sondern unter dem Thema „Neue Musi“ – heuer in Verbindung mit dem Kulturgespräch des Niederösterreichischen Kultursenats – werden im Rahmen von Vorträgen, Diskussionen, Workshops für Kinder und Jugendliche, Konzerten, Uraufführungen sowie einem Kompositionswettbewerb der Genrebegriff in andere Stilrichtungen geöffnet und Einblicke in das zeitgenössische niederösterreichische Musikschaffen gewährt.

Aus ebendieser Intention, aus der Tradition heraus Neues zu gestalten, wird mit dem neu gegründeten „Max Brand Ensemble – Niederösterreichisches Ensemble für Neue Musik“ dem 1980 im niederösterreichischen Langenzersdorf verstorbenen Pionier elektronischer Musik gedacht und beim Gründungskonzert am Samstag, 20. Oktober. Nicht nur die Öffnung der Neuen Musik in andere Stilrichtungen, sondern auch die Verbindung von Komposition und Improvisation sowie von akustischen Instrumenten und Elektronik heftet sich diese innovative Formation auf die Fahnen. Ein Zeichen dazu setzt das Konzert mit Uraufführungen von Werken von Michael Mantler, Sonja Huber und Johannes Kretz sowie der INÖK-Kettenkomposition von Christoph Cech.

Auf unkonventionelle Weise trägt auch der in diesem Zusammenhang ausgeschrieben Kompositionswettbewerb diesem umfassenden Blick auf Neue Musik Rechnung,  ist doch die Blasmusik ein zutiefst ländliches Phänomen, das mit der oftmals im urbanen Raum angesiedelten Szenen der Neuen Musik kaum Berührungspunkte aufweist. Umsomehr darf man darauf gespannt sein, wie die Zusammenführung der üblicherweise fernab voneinander agierenden Bereiche ausfällt. Für ein interessantes Programm inklusive der Finalrunde des Wettbewerbs “Neue Musi!” ist gesorgt.

Programm:

Freitag  19.Oktober 19.00
Auftakt! „Brasslufthammer“:
Nouvelle Cuisine Big Band und Trachtenkapelle Rossatz
Leitung: Christoph Cech und Christian Mühlbacher

Audimax Donau-Universität Krems
Karten an der Abendkassa (15,- / 5,-)

Samstag 20. Oktober 
NÖ Kultursenat: Kulturgespräch 10.00

Eröffnung durch Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll
Moderation: Nadja Mader, ORF NÖ
Referate und Podiumsdiskussion – Leitung: Eva Maria Stöckler
anschließend: Empfang des Landes NÖ

Audimax Donau-Universität Krems
Eintritt frei

14.00 Klangerlebnisparcours  für junge Leute 
mit:  Oskar Aichinger, Cordula Bösze,  Franz Hautzinger, Klemens Lendl, Susanna Heilmayr, Paul Skrepek,
Archiv der Zeitgenossen Donau-Universität Krems
16.00 Abschlussperformance im Audimax

19.30 Gündungskonzert
MAX BRAND ENSEMBLE  – nö ensemble für neue musik

Programm: Kompositionen/Uraufführungen von
Friedrich Cerha: Tafelmusik
Bernd Richard Deutsch: Variationen
Michael Mantler: Chamber Music Eight (UA, Kompositionsauftrag des Landes NÖ)
Sonja Huber: Visionen (UA)
Johannes Kretz: Entschleunigung für Ensemble und Elektronik (UA)
Christoph Cech, Hannes Heher, Viola Falb, Hubert Pöll: Räume (UA, Kettenkomposition)
Dirigent: Christoph Cech
Moderation:  Ursula Strubinsky, ORF Ö1

Klangraum Minoritenkirche Stein
Karten an der Abendkassa (15,- / 5,-)

Sonntag, 21. Oktober
Kompositionswettbewerb: NEUE MUSI !?

 
Finalkonzert und Preisverleihung11.00
                              Militärmusik NÖ
                              Leitung: Mjr Mag. Adolf Obendrauf
                              Moderation: Gottfried Zawichowski, musikfabrik NÖ

Audimax Donau-Universität Krems
Eintritt frei

Der Kompositionswettbewerb ZEITklang wurde 2012 für klassische Blasmusikbesetzung ausgeschrieben.

Eine Jury bestehend aus
Christoph Cech – Komponist, Anton Bruckner Privatuniversität
Richard Graf – Komponist, Interessengemeinschaft NÖ KomponistInnen
Florian Bramböck – Komponist, Anton Bruckner Privatuniversität
Hans Peter Manser – Dirigent
Viola Falb – Komponistin, Musikerin

hat aus über 30 anonymisierten Partituren 6 Werke für die öffentliche Finalrunde nominiert:

„Wenn du heut dich nicht willst sorgen…“  von Daniel Fuchsberger
„Bekenntnisse einer Burenwurst“ von Robert Brunnlechner
„Pututu“ von Norbert Rudolf Hoffmann
„Schwankungen“ von Franz Thürauer
„Deep light“ von Markus Zierhofer
„Firlefanz“ von Peter Engl

Beim Finalkonzert werden drei gutdotierte Geldpreise sowie ein Publikumspreis vergeben.

 

http://www.inoek.at/new/
http://www.tagederneuenmusik.at