Release Radar: L.Zeda, ATZUR, Marlon Rando, AYMZ, Safari UVM.

Aktuelle Veröffentlichungen zusammengefasst von Ylva Hintersteiner und Sophia Olesko. Der Release Radar ist eine Auswahl an Single Releases aus dem Bereich Pop/Rock/Elektronik made in Austria. Den Release Radar gibt es auch als Playlist auf Spotify.


L.Zeda – „Den Salat“ (VÖ: 23.06.‘25)

Die Sommerferien stehen kurz vor der Türe und das hat Musiker L.ZEDA alias Michael Leibetseder zum Anlass genommen seine Erinnerungen an den letzten Schultag festzuhalten. In „Den Salat“ spricht er jene an, die sich noch gerne an ihren letzten Schultag zurückerinnern und diejenigen, die diesen Tag heuer vor sich haben. Der oberösterreichische Rapper verbindet Oldschool-Hip-Hop-Einflüsse mit ehrlichem Dialekt. So entstehen Lieder, die bereits beim ersten Hören im Ohr bleiben und farbenfrohe Bilder im Kopf erschaffen. Auch visuell hat er das Thema perfekt eingefangen, denn das dazugehörige Musikvideo ist in einer Schule entstanden.

L.Zeda (Instagram)

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ATZUR – „Humble“ (Morinoko // VÖ: 20.06.‘25)

Bescheidenheit ist ein Tugend wird gesagt – aber das trifft nicht immer zu. Manchmal wird der Ruf nach Bescheidenheit dazu genutzt, um das Gefühl zu vermitteln sich klein machen zu müssen. Davon genug hat das österreichische-spanische Duo ATZUR und vertont das in ihrer aktuellen Single „Humble“. Im Entstehungsprozess des neuen Albums erlebte die Band Betrug und Sabotage. Sie haben sich aber dadurch nicht kleinkriegen lassen und stattdessen ihre Frustration in Musik verwandelt. Klanglich präsentiert sich die Nummer als dynamische, lebendige Hyper-Pop-Nummer. Treibende Synthsounds treffen auf springende Beats. Dabei ist der Gesang zentral und erzählt abwechselnd in deutscher und spanischer Sprache die Geschichte des Songs. „Humble“ ist der erste Vorgeschmack auf ihr zweites Album, das die Band 2026 veröffentlichen wird. Gleichzeitig haben sie auch eine ausgedehnte Europatour mit diversen Stopps in Österreich angekündigt.

ATZUR (Instagram)

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Marlon Rando – „WWWEiRD“ / „Close This Door“ (VÖ: 20.06.‘25)

Die fünfköpfige Band MARLON RANDO feiert ihr Debüt mit der Doppel-Single „WWWEiRD“/ „Close This Door“. Die Band hat sich aus ehemaligen Mitgliedern von The Boys You Know geformt. Aktuell sind sie musikalisch irgendwo zwischen Indie-Rock und Blues-Sounds beheimatet. Ruhige, melancholische Strophen mit schweren Melodien, treffen auf leichtere, dynamische Refrains. Das Dazwischen übernehmen sie auch in ihren Texten. Sie sprechen von der Dissonanz zwischen jugendlichem Optimismus und der Ernüchterung des Erwachsenseins, der Entfremdung vom Heimatdorf und das Finden von neuen Orten und dem Versuch, die Vergangenheit hinter sich zu lassen, obwohl es schwerfällt alte Wurzeln zu durchtrennen. Konkret thematisieren sie in „WWWEiRD“ einen Arbeitsalltag, der sich trotz der Routine ungewöhnlich fremd anfühlt. „Close This Door“ ist einer Freundschaft gewidmet, die einst unzerbrechlich gewirkt hat, aber schlussendlich doch zerbrochen ist. Musikalisch bauen energetische Gitarren dichte Klangmauern auf. Treibende Beats wechseln sich mit ruhigeren Drumfills ab und verleihen dem Ganzen eine besondere Dynamik. Die beiden Songs sind Vorboten für ihre Debüt-EP „Lost Sons“, die im Laufe des Sommer erscheinen wird.

Marlon Rando (Instagram)

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AYMZ – „Trost und Scherben“ (break them // VÖ: 20.06.‘25)

Die Single „Trost und Scherben“ ist ein musikalischer Neuanfang für AYMZ. Was als poppiges Soloprojekt begonnen hat, hat sich inzwischen zu einer Alternative Rock Band erweitert. Gemeinschaft, Solidarität und Antifaschismus haben sie sich auf die Fahnen geschrieben. In ihrem neuen Song machen sie eine Abrechnung mit der aktuellen Gesellschaft, die immer deutlicher abstumpft, während das politische Klima rauer wird. Teilnahmslos zusehen ist für AYMZ keine Möglichkeit. Stattdessen werden das kapitalistische Wertesystem, die Plutokratie, die Fantasien nach unendlichem Wachstum und das Festhalten an konservativen Geschlechterrollen kritisch unter die Lupe genommen und aufgerüttelt. Denn die Band ist sich sicher – diese Dinge gehören zerstört, um allen Menschen ein besseres Leben zu ermöglichen. Verzerrte Gitarrenriffs und drückende Drumfills, sowie dichte Basslines bilden die musikalische Grundlage des Songs. Darüber erklingt die Stimme von Amina. Teilweise wird gesungen, teilweise gesprochen, aber stets bleibt der Gesang direkt und unmissverständlich. „Trost und Scherben“ bleibt im Ohr und macht Freude auf frischen Alternative Rock made in Austria,

AYMZ (Instagram)

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Safari – „Let’s Stay in Bed“ (LasVegas // VÖ: 20.06.‘25)

In ihrer aktuellen Single „Let’s Stay in Bed“ spricht das Brüderduo SAFARI ein wichtiges Thema an. Rund 750.000 Menschen leiden in Österreich an Depressionen – dabei wird aber noch von einer weitaus höheren Dunkelziffer ausgegangen. In ihrem Lied verhandeln sie das Gefühl, wenn einzig das eigene Bett als sicherer Hafen angesehen wird. Diese Wahrnehmung – nur schwer, oder gar nicht aus dem Bett zu kommen – ist immer noch stigmatisiert und oft mit Scharm verbunden. „Let’s Stay in Bed“ spricht sich deutlich gegen dieses Schamgefühl aus. Es ist in Ordnung, etwas nicht zu schaffen und auch sich selbst an manchen Tagen nicht recht zu mögen. Eine positive Einstellung hilft nicht bei jedem Problem. Manchmal ist es an der Zeit sich selbst die nötige Ruhe zu gönnen. Und: Es ist auch wichtig offen darüber zu sprechen, denn nur so sinkt die Hemmschwelle von betroffenen Personen, sich Hilfe zu suchen. Der Song ist eine ruhige Indie-Nummer, die genau das Gefühl vermittelt, eingekuschelt unter der Bettdecke zu liegen. „Let’s Stay in Bed“ ist eine Singleauskopplung aus Safaris bevorstehenden Album „Human“, das am 05. September 2025 erscheint.

Safari (Instagram)

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My Friend Peter – „Promises“ (Numavi // VÖ: 20.06.‘25)

Der Steirer Benedikt Brands aka MY FRIEND PETER ist bekannt für seine vielschichtigen Psychedelic-Nummern. Selbst nach einer längeren Pause hat er nichts von seiner musikalischen Treibkraft aufgegeben und beweist das auch eindrucksvoll in seiner aktuellen Single „Promises“. Darin baut er komplexe Klangwelten auf, die gleichzeitig aber auch emotionale Tiefe transportieren. Es strahlt im Kern die stille Zuversicht aus, dass ein Versprechen eingehalten wird. Der Song arbeitet im Feld von Anspannung und Auflösung. Dabei stehen helle Synthesizer, verzerrte Gitarre und dynamische Schlagzeugpattern, sowie warme Basslines im musikalischen Fokus. Ebenso kreativ, wie der Song selbst, ist das dazugehörige Musikvideo. Es zeigt eine einnehmende Tanzperformance von Maria Kardash, arbeitet zusätzlich aber auch kreativ mit diversen visuellen Effekt und fängt so die Essenz der Musik ein. Die Single ist auch titelgebend für das im Herbst 2025 erscheinende Album „Promises“.

My Friend Peter (Instagram)

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KURPARK – „Haus aus Glas“ (Problembär // VÖ: 20.06.‘25)

Das Soloprojekt KURPARK des Wiener Künstlers Patrick Vanek ist noch relativ jung. Zuvor war er bei diversen österreichischen Projekten als Produzent und Musiker beteiligt. In seiner aktuellen Single „Haus aus Glas“ spricht er über eine Beziehung, die manchmal als allzu fragiles Konstrukt wahrgenommen wird – ein einziger Stein reicht, um es zerbrechen zu lassen. Andererseits lässt das Glashaus auch schöne Momente zu, etwa das nächtliche Sterne schauen. Und eines ist klar: Ist einem etwas wichtig, wird auch so gut es geht darauf geachtet, dass es heil bleibt. Einen positiven Grundton transportiert auch die musikalische Ebene des Liedes. Treibende Drum Maschinen bilden eine dynamische Grundlage. Darüber finden warme Synthesizer-Klänge und träumerische Gitarrensounds zu einem Gesamtkonstrukt zusammen. Die Stimme von Kurpark bleibt dabei ebenfalls stets präsent, obwohl sie niemals zu sehr in den Vordergrund drängt.

Kurpark (Instagram)

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md baby – „Ka Genie“ (DIEgital // VÖ: 20.06.‘25)

Über viel Herz, nicht ganz so viel Gehirn und einer gehörigen Portion Augenzwinkern singt der oberösterreichische Musiker MD BABY alias Martin Draxlbauer in seiner neuen Single „Ka Genie“. Der Song bewegt sich irgendwo zwischen Pop, Liebe und Selbstironie. Es werden jene Dinge, die im Leben für den Protagonisten nur wenig bis gar keinen Sinn ergeben, angesprochen – Sudokus, Chemie und Aktienkurse, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Dafür weiß der Protagonist etwas anderes ganz genau – diese eine Person darf er nicht verlieren, sonst würde er wirklich dumm dastehen. Und mit dieser an seiner Seite sind die Schwierigkeiten des Lebens gar nicht mehr so gravierend. Der Song ist geprägt von einem mitreißendem Beat, frechen Synthesizer-Klängen und rockigen Gitarrenmelodien. Darüber erklingt die Stimme von md baby im oberösterreichischen Dialekt mit einer Mischung aus Selbstironie und ehrlichen Emotionen.

md baby (Instagram)

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Kreisky – “Die Pedale” (Wohnzimmer // VÖ: 20.06.‘25)

Auf eine dystopische Radfahrt durch Wien lädt KREISKY mit ihrer neuen Single „Die Pedale“ ein. Dabei erzählt der Protagonist fast teilnahmslos von seinem Alltag, obwohl ihn selbst der Kapitalismus gefangen hält und um ihn herum der Rechtsruck deutlich zu spüren ist. Erst gegen Ende scheint er die Nerven zu verlieren. Musikalisch gestaltet sich der Song als düstere Noise-Rock-Nummer. Ein treibender Bass, beherzte Drumfills und drone-artige Gitarrenwände bilden die Grundlage. Im Laufe des Liedes nimmt die Noise-Ebene immer stärker zu. Verzerrte Elemente übernehmen zusehends das Soundbild. Die Stimme von Sänger Franz Adrian Wenzl ist zentraler Bestandteil und erzählt die Geschichte zuerst relativ neutral, bis schließlich immer mehr Emotionen ins Spiel kommen. Das Lied endet fulminant in einer Überladung. Begleitet wird der Song von einem Musikvideo, das exakt das desorientierte Gefühl der Musik visuell einfängt. „Die Pedale“ ist der erste Vorbote für KREISKYs neues Album „Adieu Unsterblichkeit“, das im Oktober 2025 erscheint.

Kreisky (Instagram)

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Fex – „Die Zeit di i varmiss“ (Honigdachs // VÖ: 20.06.’25)

Der oberösterreichische Sänger und Musiker FEX schwelgt mit „Die Zeit die i varmiss“ in Kindheitserinnerungen. Egal ob der Schlecker beim Bäcker oder das Blatt Wurst bei der Feinkost – kleine Momente, die irgendwann unbemerkt aufgehört haben. Die Möglichkeiten schienen endlos und die Tage planlos, aber frei. Aber irgendwann im Älter werden übernimmt der Alltag und die Zeit scheint plötzlich zu verfliegen. „Die Zeit di i varmiss“ ist die erste Zusammenarbeit von Fex und Produzenten Alligatorman. Musikalisch ist dabei eine Nummer entstanden, die in der Welt des modernen Austro-Pops durchaus Platz findet, gleichzeitig aber auch eine ganz eigene Klangfärbung präsentiert. Auf einer eingängigen Akustikgitarrenmelodie baut der Song auf und arbeitet gleichzeitig mit kreativen Bläsereinwürfen. Darüber erzählt die Stimme von Fex im oberösterreichischen Dialekt die Geschichte einer Zeit, die nur schwer wieder erlebbar wird.

Fex (Instagram)

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