Nach langer Wartezeit gibt es endlich einen neuen Langspieler des Solokünstlers A THOUSAND FUEGOS. Nach dem Song „Movement 1 (Love as Passion)“ gibt es nun ein Album – mit dem geheimnisvollen Titel „This is Evolution Pt.2“ (Seayou Records). Erhältlich ist das Album digital seit 3. Juni.
Ist dies die Fortsetzung von „Movement 1 (Love as Passion)” oder deutet das „Pt.2” auf etwas ganz anderes hin? Der Künstler selbst gibt hierzu eine ebenfalls sehr mysteriöse Auskunft in Form einer Beschreibung, die die Überschrift „Tetrapharmakos“ trägt. In dem kurzen Schriftstück, das unter anderem beim Kauf des Albums auf Bandcamp nachgelesen werden kann, spricht A Thousand Fuegos alias Matthias Peyker in Rätseln. Es geht um den Sinn, der keine Substanz hat, sondern eine Kategorie des Zusammenhangs ist, um endloses Wachstum, aber auch um das Ende des Seins.
Musik mit Kunst vereint

Kurz gesagt: Man wird man als Außenstehender nicht ganz schlau aus diesen kunstvoll zusammengesetzten Worten. Aber das ist vielleicht auch gar nicht so wichtig. Schon bei „Movement 1 (Love as Passion)” hatte man ein wenig das Gefühl, der Song wäre ein Ausstellungsstück in einem Museum und könnte nicht ganz erfasst werden. Obwohl man sagen muss, dass er musikalisch schon sehr zugänglich war.
Vor allem der dazugehörige Videoclip, in dem Prosatexte über den Bildschirm flimmerten, hatte etwas Künstlerisches an sich. Und so verhält es sich auch bei „This is Evolution Pt.2”. Während sich die Musik oftmals als leicht bekömmlich, weil sehr verträumt komponiert, präsentiert, könnte man den oben erwähnten Text und auch das Cover des Albums ohne Weiteres in einem Museum für zeitgenössische Kunst wiederfinden.
Hinweis: Mit dem Abspielen des Videos laden sich sämtliche Cookies von YouTube.
Interessant ist, dass auch das Tracklisting auf der Platte selbst recht ungewöhnlich ist, schließlich handelt es sich um einen knapp 40-minütigen Track, der nicht in einzelne Songs unterteilt zu sein scheint. Wenn man die Musik mit einem Bild beschreiben müsste, wäre das wahrscheinlich ein sehr pastelliges Abbild von einem Strand am Abend inklusive eines überdimensionalen Mondes, der sich am Firmament erhebt. Kein Wunder, dass musikalische Vergleiche mit Pink Floyd oder Washed Out fällig sind. Letztere leben die psychedelische Seite auf aktuelle Art aus, in dem sie Lo-Fi-Elemente mit Indie-Melodien kombinieren.
„Chillwave“ heißt diese Musikrichtung, die – wie so viele andere neuartige Genres auch – eigentlich schon als moderne Musik-Ruine gilt. A Thousand Fuegos greift die guten Seiten (verträumte, psychedelische Musik, kreative Beats) von Chillwave auf und lässt die negative Seite (Monotonie) links liegen. Das Ergebnis ist eine sehr ansprechende Mischung voller Samples, verschiedener Atmosphären und Tempowechsel. „This is Evolution Pt.2” ist eine musikalische Herausforderung, die es wert ist, sich genauer mit ihr zu beschäftigen, auch wenn man anfangs das Gefühl hat, nur die Hälfte davon zu verstehen.
Anne-Marie Darok
