
Nicht erst seit seinem vielbeachteten und von allen Seiten hochgelobten Album „You break it – you own it” aus dem Jahre 2008 weiß man, dass Andy Manndorff es blendend versteht, scheinbar Entgegengesetztes zueinander zuführen. Für den Gitarristen und Komponisten ist es wichtig, sich seinen kreativen Freiraum zu bewahren, in dem es ihm möglich ist, sich voll und zu allen Richtungen hin zu entfalten. Stilistische Grenzziehungen zwischen den unterschiedlichen Spielformen versteht der ungemein experimentierfreudige Wiener seit jeher eher als Hindernis, denn als nützliche Orientierungslinie. Es geht ihm darum, aus herkömmlichen Schemen und Strukturen auszubrechen.
Andy Manndorff – Soil by mica
In diesem Sinne ist auch das neue Album „Dirt & Soil“ zu verstehen. Unterstützt von Clemens Wenger (Keyboards, Klavier, Elektronik), Stomu Takeishi (Bass) und Ted Poor (Schlagzeug) macht sich Andy Manndorff einmal mehr daran, den Begriff des Jazz um neue Facetten zu erweitern. Ihre Spannung beziehen die Stücke vor allem aus den musikalischen, wie klanglichen Gegensätzen, aus dem ständigen Wechsel zwischen ruhigen, zurückhaltenden und hochenergetisch, verspielten Momenten.

„Dirt & Soil“ ist schlicht und einfach eine hoch spannende, wie vielschichtige musikalische Entdeckungsreise, eine die unterschiedlichste musikalische Klangsprachen miteinander vereint und nur so vor Einfallsreichtum, Spielwitz und überraschenden Wendungen strotzt. (mt)
Andy Mandorff (Facebook)