Am 18. November gastiert mit Karl Ritter einer der wohl versiertesten und vielseitigsten Gitarristen der heimischen Jazzszene im Kulturlokal Syrnau in Zwettl. Im Trioformat, gemeinsam mit dem Saxophonisten Andrej Prosorov und dem Schlagzeuger Lukas König, rückt der Niederösterreicher diesmal kammermusikalische Songstrukturen in den Mittelpunkt, die in weiterer Folge als Ausgangspunkte für Ausflüge in die reine Improvisation dienen.
Karl Ritter ist ein Paradebeispiel für einen echten musikalischen Freigeist. Grenzen, wenn es darum geht, seine Ideen zu verwirklichen, kennt der gebürtige Niederösterreicher keine. So ist das Festhalten an traditionellen Stildefinitionen nicht wirklich das Ding des Gitarristen. Vielmehr geht es ihm darum, die sich bietenden Freiräume zu füllen, seine eigene musikalische Sprache zusammenzustellen, um sich selbst und dem Publikum neue und ungewohnte Perspektiven zu ermöglichen.
Stets vom Drang beflügelt, neue akustische Ausdruckmöglichkeiten zu entwickeln, erweitert Karl Ritter, in welcher Konstellation auch immer agierend, kontinuierlich das eigene klangliche Spektrum. Wobei dem vielschichtigen Musiker natürlich zu Gute kommt, dass er sich nicht nur im Jazz, wo er seine ersten Schritte tätigte, sondern auch in der Improvisation, im Rock, im Noise, in der Elektronik sowie in der Klassik beheimatet fühlt.
Und genau das verbindet ihn auch mit dem Saxophonisten Andrej Prosorov und dem Schlagzeuger Lukas König. Das Besondere an diesem Trioformat ist, dass hier alle Beteiligten quasi als gleichberechtigte Partner auftreten, sie im gleichen Maße ihre Ideen und Kreativität einfließen lassen. Vorgegeben ist nichts, alleine durch die Interaktion der Instrumentalisten untereinander, durch das ständige Hin und Her erfährt die Musik ihre endgültige Form. Hier steht mehr der Weg, denn ein Ziel an sich im Mittelpunkt des Geschehens.
Bei einer solch außergewöhnlichen Zusammensetzung kann man vermutlich nur eines mit Gewissheit sagen. Und zwar, dass eine wirklich exakte Voraussage, in welche musikalische Richtung das Trio musikalisch zu gehen gedenkt, nahezu unmöglich ist. Wer also Musik abseits herkömmlicher Konventionen präsentiert bekommen will, sollte sich das Konzert in Zwettl auf keinen Fall entgehen lassen. (mt)