Yasmo live @ Donauinsel
Yasmo live @ Donauinsel (c) Nikolaus Ostermann

40 Tage – 40 Locations – 1000 Acts: 2021 dreht Wien wieder auf!

Der nächste Sommer kommt bestimmt. So viel ist fix. Unklar ist hingegen, wann der Kulturbetrieb wieder ohne Einschränkungen arbeiten kann. Die Stadt Wien hat deshalb eine Neuauflage des „Kultursommer Wien“ beschlossen und sichert damit auch in diesem Jahr die kulturelle Nahversorgung in der Stadt. Über 2.000 Kunstschaffende werden in 1.000 Auftritten auf 40 Bühnen und Locations die Wienerinnen und Wiener sechs Wochen lang mit einem vielfältigen, qualitativ hochwertigen Kulturprogramm unterhalten. Als Veranstalterin fungiert die stadt wien marketing, die das Festival gemeinsam mit einer eigens dafür eingerichteten Projektkoordination konzipieren und umsetzen wird. Die Programmierung erfolgt wie auch 2020 durch ein künstlerisches Board. Bewerbungen für die Teilnahme am „Kultursommer Wien 2021“ sind bis Ende März möglich. 

Ein Besuch im Theater oder im Konzert, ein geselliger Abend mit Freundinnen und Freunden, das Durchbrechen der Routine des Alltags durch Kunst und Kultur: Das alles fehlt vielen Wienerinnen und Wienern seit Monaten sehr – und noch ist nicht absehbar, wann die Corona-Pandemie Geschichte sein wird und das kulturelle Leben, wie man es kennt, wieder in die Stadt zurückkehrt.

„Umso wichtiger ist es, Perspektiven zu geben, die Herz, Hirn und Seele guttun“, betonte Bürgermeister Michael Ludwig bei einem Pressegespräch am Dienstag im Wiener Rathaus. „Wir haben bereits mehrfach bewiesen, dass mit Entschlossenheit und guten Konzepten auch während der Corona-Pandemie sichere Veranstaltungen möglich sind, die die Lebensfreude fördern und die Wirtschaft beleben. Deshalb dreht Wien auch heuer wieder auf! Der Kultursommer, der 2020 über 50.000 Menschen erreicht hat, geht 2021 in die Neuauflage – mit mehr Bühnen und einem noch breiteren kulturellen Angebot. Die Wienerinnen und Wiener können sich darauf verlassen, dass wir uns von den Herausforderungen der Pandemie, die schon über ein Jahr andauert, nicht entmutigen lassen. Wir suchen und finden Lösungen – für einen ereignisreichen und sicheren Sommer in Wien!“ 

Stadt bietet Planungssicherheit

Dazu Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler: „Auch für den Kultursommer 2021 gilt: Wir schaffen mit diesem Ereignis nicht nur Perspektiven für das Publikum, sondern auch für die Künstlerinnen und Künstler und die gesamte Eventbranche. Schon im Vorjahr hat die Stadt Wien mit dem Kultursommer Mut und Spontanität bewiesen. Dafür gab es für Wien auch international Anerkennung, denn wir haben es als erste europäische Großstadt geschafft, nach der Corona-Welle im Frühjahr 2020 wieder ein großes Kulturfestival zu organisieren. Der Kultursommer 2021 wird dem um nichts nachstehen! Was mich besonders freut: Der Wiener Kultursommer ist auch zum Modell für andere Kulturstädte geworden, die für diesen Sommer ihren Bewohnerinnen und Bewohnern auch Kultur anbieten wollen.“ 

Die Bühnen – insbesondere an der Peripherie

Sechs Wochen lang – von Anfang Juli bis Mitte August – wird die ganze Stadt zur Bühne. Kunst und Kultur sollen möglichst flächendeckend im Stadtgebiet, also auch und gerade an der Peripherie, wo die Stadt am meisten wächst, präsent sein. Insgesamt werden rund 40 Locations mit mehr als tausend Acts bespielt.

Neben den bewährten Kultursommer-Bühnen 2020 (2., Kaiserwiese, 6., Naschmarkt, 10., Oberlaa, 14., Muthsamgasse, 19., 12.-Februar-Platz, 20., Wallensteinplatz, 21., Donauinsel) sind heuer zahlreiche neue Standorte geplant, etwa im Herderpark (1110), in Neu Marx (1030), im Kongresspark (1160), in Alt Erlaa (1230), im Mühlschüttel-Park (1210) oder bei der Janis-Joplin-Promenade in der Seestadt (1220).

Je nach Größe der Bühne wird es wieder Höchstgrenzen für die Zahl der Besucherinnen und Besucher geben. Gespielt wird Donnerstag bis Sonntag, wobei zwei „Acts“ pro Abend gezeigt werden. Die stadt wien marketing sorgt – als erprobte Veranstalterin auch während der Pandemie – für die Einhaltung der vorgeschriebenen Corona-Präventionsmaßnahmen und erstellt ein Sicherheitskonzept, das flexibel an die zum Veranstaltungszeitraum geltende Rechtslage angepasst werden kann.

Das Programm: So vielfältig wie die Stadt selbst

Pop, Rock und Hip-Hop, Soul, Indie und Klassik, Tanz, Theater und Performance, Kabarett, Comedy und Impro-Theater, Lesungen, Spoken Word und Poetry Slam, transkulturelle, partizipative und interdisziplinäre Formate, zeitgenössischer Zirkus, Figuren- und Objekttheater, Jazz, Folk und Songwriting, Elektronik und experimentelle Musik, Austropop, Wiener Lied, Volksmusik und Schlager: Das alles hat unter dem Dach des Kultursommers Platz. Deutlich ausgebaut wird heuer das Programm für Kinder und Jugendliche; darüber hinaus soll es auch eine eigene Clubschiene geben: geplant ist eine Outdoor-Location, wo die Wiener Clubbetreiberinnen und -betreiber, die ihre Lokale nun schon seit mehr als einem Jahr geschlossen halten müssen, so richtig aufdrehen können.

Mit an Bord des „Kultursommer Wien 2021“ sind wieder die beliebten „Public Moves“ in Kooperation mit ImPulsTanz – Vienna International Dance Festival. Auf drei Bühnen – darunter der Arkadenhof im Wiener Rathaus – werden die Wienerinnen und Wiener eingeladen, unter der Anleitung von professionellen Choreografinnen und Choreografen an kostenlosen Tanzworkshops teilzunehmen.

Enormen Anklang fanden im vergangenen Jahr die Gartenkonzerte in den „Häusern zum Leben“, die älteren Menschen, die von besonders starken Einschränkungen betroffen waren, sicheren Kulturgenuss ermöglichten. Aufgrund des großen Interesses der Wiener Pensionisten-Wohnhäuser werden die Standorte beim Kultursommer von 16 auf rund 25 ausgeweitet.

Call für Programm-Einreichungen bis Ende März

Bürgermeister Ludwig und Kulturstadträtin Kaup-Hasler luden im Rahmen des Pressegesprächs Kulturschaffende dazu ein, sich ab sofort bis Ende März zu bewerben. Wer beim „Kultursommer Wien 2021“ auftreten möchte, kann sich auf www.kultursommerwien.at anmelden. Die Einreichungen werden vom künstlerischen Board gesichtet; auf Basis der Vorschläge des Boards erfolgt dann die Programmierung, die diesmal vor Beginn der Veranstaltungsreihe für den ganzen Sommer bekannt gegeben wird.

„Wir freuen uns sehr auf die Einreichungen für den Kultursommer Wien 2021 – sowohl von etablierten Künstlerinnen und Künstlern, als auch von Menschen, die ganz neu in der Stadt sind. Denn diese haben noch kein Netzwerk und bekommen durch den Kultursommer die Chance, die Wienerinnen und Wiener für sich zu gewinnen“, erklärten Nadine Cobbina und Jürgen Partaj vom künstlerischen Board und appellierten an alle Kunst- und Kulturschaffenden: „Reicht eure Vorschläge ein. Denn das Publikum erwartet euch auf der Bühne!“

Die Mitglieder des Kultursommer-Board 2021

  • Rio Rutzinger und Mani Obeya: Tanz und Performance
  • Julia Sobieszek: Kabarett, Comedy, Stand up, Impro Theater
  • Fritz Ostermayer: Lesung, Lesung mit Musik, Spoken Word, Poetry Slam, Text-Performance, Text/Musik-Performance
  • Herbert Zotti und Susanne Rosenlechner: Wienermusik, Volksmusik, Austropop, Schlager
  • Tina Leisch und Johnny Mhanna: Theater, szenische Lesungen, partizipative, interdisziplinäre und transkulturelle Formate
  • Golnar Shahyar: Contemporary Jazz, Folk, Songwriting
  • Yasmin Hafedh: Pop, Rock, Hip-Hop, Soul, Indie
  • Jürgen Partaj: Internationale Klassik, Crossover, Traditional Jazz
  • Constance Cauers: Interdisziplinäre Kunst für Kinder, Kinderkunstprogramm und Tanz für junges Publikum
  • Arne Mannott: zeitgenössischer Zirkus, Objekt- und Figurentheater
  • Nadine Cobbina: Elektronik und experimentelle Musik