Vom 5. bis zum 14. Juni sind Radstadt und das Schloss Höch bei Flachau einmal mehr Schauplatz der Paul Hofhaimer Tage. Das Festival für Alte Musik und Neue Töne bringt immer wieder traditionell Klassisches mit zeitgenössischen Musikströmungen zusammen. Zudem präsentiert die Veranstaltung neben einer Reihe bereits renommierter MusikerInnen und Ensembles auch zahlreiche junge bisher noch unentdeckte Musikjuwele.
Paul Hofhaimer, der Namensgeber des Festivals, zählt zu den berühmtesten Musikern der Renaissance. 1459 als Angehöriger einer angesehen Organisten-Familie in Radstadt geboren wurde der Musiker mit 31 Jahren Maximilans Hoforganist in Innsbruck, von wo aus er schließlich von Erzbischof Matthäus Lang nach Salzburg berufen wurde. Zu seiner Zeit zählte Paul Hofhaimer zu den bedeutendsten Organisten überhaupt. Ihm zu Ehren veranstaltet Radstadt nun schon seit 1987 das nach dem bekannten Sohn der Stadt benannte Festival. Inzwischen haben sich die Paul Hofhaimer Tage zu einem echten Fixpunkt im Salzburger Kulturkalender entwickelt. Ziel der Veranstaltung ist es, einen musikalischen Bogen von damals in das Heute zu spannen. Junge InterpretInnen, neue Ensembles, die Einbindungen der lokalen MusikerInnen soll eine künstlerische Vielfalt garantieren, die bei ähnlich gelagerten Festivals nur selten anzureffen ist. In diesem Jahr nimmt neben der Klassik vor allem die Weltmusik einen bedeutenden Platz ein. So werden mit dem Duo Paier & Valcic, den Wladigeroff Brothers und dem Alp Bora Trio drei führende Vertreter der heimischen Weltmusikszene ihr Stelldichein feiern.Mit ihrer gemeinsam aufgenommenen CD “À DEUX” haben der österreichische Akkordeonist Klaus Paier und Cellistin Asja Valcic einen überaus spannenden Spagat zwischen der Kammer- und der Weltmusik vollzogen. Die beiden MusikerInnen verbindet ist nicht nur der exzellente Ruf in der heimischen wie auch internationalen Musikszene, sondern auch die Offenheit neuen Musikströmungen gegenüber. Immer auf der Suche nach neuen musikalischen Ausdruckmöglichkeiten, beschreiten sie oftmals neue Wege. Die für Akkordeon/Bandoneon und Cello geschriebene CD “À DEUX” bewegt sich stilistisch mit betörender Leichtigkeit zwischen den Polen Tango, Balkansound und Jazz.
Nicht weniger vielfältig präsentiert sich mit den Wladigeroff Brothers eine der führenden Weltmusik-Combos Österreichs. Musikalisch beschreitet das Ensemble einen höchst interessanten Weg, der so unterschiedliche Stile, wie die traditionelle bulgarische Folklore und den modernen Jazz unter einen Hut bringt.
Für Klänge aus dem Orient sorgt das Alp Bora Trio am 13. Juni. Das Ensemble rund um den aus der Türkei stammenden und in Wien lebenden Sänger Alp Bora gewährt dem Publikum in seinem Programm “Amber” tiefe Einblicke in die Geheimnisse dieses fernen Kulturkreises. Der Musiker sieht sich in der Rolle des Bewahrers und Botschafters der anatolischen Kultur. Seine Inspiration schöpft er vorwiegend aus dem traditionellen levantinischen Liedgut Anatoliens. Dieses hebt er aus dem ursprünglichen Kontext und transportiert es in die heutige Zeit.(mt)

