
Eine durchaus erfreuliche Nachricht erreichte die heimischen Musikschaffenden kurz vor Weihnachten. Dem ORF und den VertreterInnen der Plattform SOS Musikland ist es nach monatelangen schwierigen Verhandlung gelungen, sich auch eine Steigerung des Anteils österreichischer Musik in den Programmen des ORF-Radios zu einigen. Innerhalb von zwei Jahren soll die Quote von Musik aus Österreich auf 30% Prozent gesteigert werden.
Man hat eigentlich fast nicht mehr daran geglaubt, dass der ORF auf der einen und die VertreterInnen der Initiative SOS Musikland auf der anderen Seite wirklich zu einer für beide Seiten akzeptablen Lösung kommen könnten. Aber kurz vor Weihnachten haben sich beide Parteien letztlich dann doch zu einer Vereinbarung durchgerungen. Diese besagt, dass in den kommenden zwei Jahren der Anteil an Musik aus Österreich deutlich erhöht werden soll. Vergleicht man das vorgegebene Ziel, nämlich die 30 Prozent, mit den tatsächlichen Zahlen der letzten Zeit, wird die Notwendigkeit dieser Vereinbarung erst richtig augenscheinlich.
So sank der Anteil von auf den Radioprogrammen des ORF gespielten CDs mit Kompositionen aus Österreich zuletzt auf 14,2 Prozent. Noch weniger von heimischen MusikerInnen war auf Ö3 zu hören. Man kann sogar soweit gehen und sagen, dass auf dem reichweitenstärksten Sender des ORF Musik aus Österreich allerdings fast vollständig ausgeblendet worden ist. Lediglich jeder 18 Tonträger stammte aus dem eigenen Land. Eine Steigerung auf 30 Prozent würde in diesem Fall natürlich eine für die österreichischen Musikschaffenden positive Entwicklung darstellen. Man kann also durchaus von einem erfolgreichen Ergebnis sprechen. Obwohl natürlich beobachtet werden muss, wie ernst es dem ORF mit der Durchsetzung der Ziele ist.
Auch bleibt etwa nach Meinung des ÖKB abzuwarten, wie sich diese Steigerung auf die heimischen UrheberInnen auswirken wird, da der ORF bekanntlich auch Musik mit österreichischen InterpretInnen in den Musikanteil mit einbezieht. Der Urheberanteil macht lediglich nur ein wenig mehr als die Hälfte aus. Doch trotz der Skepsis mancher ist ein Großteil der Beteiligten davon überzeugt, einen Schritt in die richtige Richtung gemacht zu haben. Bleibt also zu hoffen, dass in Zukunft tatsächlich vermehrt österreichische Klänge aus den Boxen des Radios schallen. Gute und spannende Musik aus Österreich gibt es ja genügend. (mt)

sos-musikland
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