
Agnes Palmisano braucht man hierzulande nicht mehr groß vorstellen. Ohne Zweifel handelt es sich hier um einer der facettenreichsten und vielseitigsten Interpretinnen des modernen Wienerlieds. Die studierte Sopranistin verleiht mit ihrer enorm anpassungsfähigen Stimme den Stücken eine ganz eigene Note. Und das in einer fast unnachahmlich leidenschaftlichen und abwechslungsreichen Form. Mal trällert sie in fast unbekannten Höhen, mal betört sie mit einem rauchig tiefen Gesang. Mal gibt sie sich von ihrer netten Seite, mal spielt sie bodenständig derb. Agnes Palmisano versteht wie nur wenige die ursprüngliche Essenz des Wienerlieds, dessen Motive und Stimmungen. Mit Sängerin Traude Holzer und dem Gitarristen Peter Havlicek steht Agnes Palmisano ein Duo zur Seite, welche dieselbe Vorstellung, wie den moderne Schrammelmusik zu klingen hat, teilen.

Einen eher traditionellen Weg in der Interpretation des Wienerlieds verfolgt das Kurt Girk Trio. Sänger und Bandleader Kurt Girk sowie seine beiden Kollegen, der Gitarrist Rudi Koschelu und der Akkordeonist Herbert Bäuml vereinen in ihrer Musik auf höchst bodenständige und authentische Art den für die Stadt so typischen Schmäh mit den allseits bekannten originalen Melodien zu einem wunderbaren Ganzen.
Bei diesem Aufgebot ist es für Liebhaber des Wienerlieds eigentlich Pflicht, einen Besuch im Theater am Spittelberg in Erwägung zu ziehen. Bietet sich doch die seltene Gelegenheit die unterschiedlichsten Variationen der „Wiener Volksmusik“, moderne wie auch traditionelle, mitzuerleben. (mt)