
Was wäre das “Wien im Rosenstolz” Festival ohne Kollegium Kalksburg, bildet ein Konzert dieses Trios doch jedes Jahr einen der Höhepunkte bei dieser Veranstaltung. Da passt es gerade richtig, dass die drei Wiener pünktlich zum Festivalstart auch ihr neues Programm “wiad scho wean” fertig stellen konnten. So kommt das Publikum in den Genuss, gleich an zwei Abenden (18. und 19. 10) im Konzert-Café “Schmid Hansl” den neuen Stücken lauschen zu können.
Wie keine andere Combo im Bereich des Wienerlieds vermag es das Trio Kollegium Kalksburg, das Genre mit all seinen Facetten auch solchen Leuten näher zu bringen, die im Grunde genommen wenig bis gar nichts mit dieser Musikrichtung am Hut haben. Mal klingt es modern, dann wieder sehr traditionell. Seit über zehn Jahren verpflichten sich Heinz Ditsch (Akkordeon, Singende Säge, Gesang), Paul Skrepek (Kontragitarre, Gesang) und Wolfgang Vincenz Wizlsperger (Kamm, Tuba) der Wiener Gesangs- & Musiktradition. Vielleicht ist es die Art und Weise, wie die Wiener Seele bis in die tiefsten Abgründe auf eine ironische Art und Weise beleuchtet wird, welche die Wienerlied-Kapelle in den letzten Jahren so beliebt werden ließ.
Nach dem Motto “Humor ist, wenn man trotzdem lacht” jonglieren die drei Wiener mit allen möglichen Klischees, welche für diese Musikgattung so typisch sind. Untermalt werden die voller Witz steckenden Texte eben vom typischen Wienerlied, welches der Tradition verpflichtet, sich seit Anbeginn nicht geändert hat. Auch das neue Programm schlägt in die selbe Kerbe, gleichwohl der Titel “wiad scho wean” doch einen etwas positiveren Zugang zur Wiener Seele vermuten lässt.
Wie dem auch sei, vermag es das Trio auch weiterhin, das hohe künstlerische Unterhaltungsniveau der Vergangenheit beizubehalten. Auf der Bühne werden auch weiterhin sämtliche Utensilien, wie etwa ein Kamm oder eine Säge, zweckentfremdet und als Instrument genutzt. Grenzen, wenn es darum geht, eine skurrile und zugleich unterhaltsame Vorstellung abzuliefern, scheinen keine vorhanden zu sein.(mt)
Foto Kollegium Kalksburg: Peter Kubelka